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Maria-Namen-Feier: Gott nicht vergessen

"Erneuern wir unser Versprechen, für den Frieden in der Welt zu beten." Mit diesem Appell schloss Erzbischof Franz Lackner am Sonntag (12. September) seine Predigt im Wiener Stephansdom. Auch zum Jubiläum seines 75. Jahres  richtete der Rosenkranzsühnekreuzzug (RSK) die traditionelle Maria-Namen-Feier aus.

Die Gebetsgemeinschaft war unter dem Eindruck des Weltkrieges 1947 in Wien von dem Franziskaner P. Petrus Pavlicek (1902-1982) gegründet worden und zählt heute 700.000 Mitglieder in 130 Ländern.  Das Gebet um den Frieden in der Welt sei angesichts des Krieges in Europa dringend nötig, meinte Erzbischof Lackner am Sonntag. Gemeinsam mit dem Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn führt der Salzburger Metropolit seit einigen Jahren den Ehrenschutz der Gebetsvereinigung aus.

Die Wiener Maria-Namen-Feier geht ursprünglich aus der Dankesfeier für die Befreiung der österreichischen Hauptstadt von der Türkengefahr hervor und hat sich in den vergangenen 70 Jahren zu einem Friedensgebet gewandelt, das jährlich begangen wird.

 

Bezirksvorsteher: Das Mehr im Leben

Zu Beginn der heurigen Veranstaltung hatte der Bezirksvorsteher Wien-Innere Stadt, Markus Figl (ÖVP), in seinem Grußwort die Gebetsgemeinschaft ermutigt, den Menschen "das Mehr im Leben" zu zeigen. In Zeiten der Gesundheits-, Natur- und Politikkrisen seien es Gemeinschaften wie der RSK, die Anreize geben könnten, Religion statt Krise und Religiosität statt Krisenstimmung zu fördern. Der RSK sei damit eine Plattform des gemeinsamen Aufbruchs sowie für Frieden und Gemeinschaft.

Es tue gut, von einem Politiker das Wort Gott zu hören, antwortete ihm  Erzbischof Lackner. Obschon das Mariazeller Manifest mit dem Grundsatz einer "freien Kirche in freier Gesellschaft" unbestreitbar ein Fortschritt gewesen sei, fürchte er, dass "wir vergessen haben, dass wir Gott vergessen haben", sagte der Erzbischof, der selbst dem Franziskanerorden angehört. Die Feier mit Erzbischof Franz Lackner ist auf dem YouTube-Kanal der Erzdiözese Wien nachzusehen.

 

(14-09-22 / mtz / Foto: YouTube/Erzdiözese Wien)