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"Jedermann": P. Thomas diskutiert mit Lars Eidinger

m Rahmen der Salzburger Festspiele hat "Jedermann"-Darsteller Lars Eidinger mit P. Thomas Hrastnik ofm über Glaube, Schauspiel und Hofmansthals Stück diskutiert.

 

Eingeladen hatte der Verein  "Freunde der Salzburger Festspiele": Bei einer Podiumsdiskussion, moderiert vom Salzburger Schriftsteller Peter S. Altmann diskutierten Hauptdarsteller Lars Eidinger und der Guardian des Salzburger Konventes, P. Thomas Hrastnik, über eine Stunde lang Fragen des  Glaubens. Das von Hugo von Hofmansthal (1874-1929) geschriebene Theaterstück gehört seit 1920 alljährlich zum Fixprogramm der Salzburger Festspiele. Es erzählt die Geschichte des Herrn Jedermann, zu dem Gott den Tod schickt, um ihn dem Jüngsten Gericht zuzuführen. Zum zweiten und vermutlich zum letzten Mal übernahm der bekannte Film- und Theaterschauspieler Eidinger ("Tatort", "Was bleibt") die Hauptrolle am Salzburger Domplatz.

 

"Das Geniale bei Hofmannsthal ist, dass er sagt, dass der Mensch im Grunde schon erlöst ist. Das Einzige, das Gott fordert, ist, dass er dieses Geschenk annimmt", sagte P. Thomas in der Diskussion und gab zu, selbst auch Zweifel und Rückfragen an Gott oder an die Kirche zu haben: "Es ist eine Illusion zu glauben, als Franziskaner glaubte man ohne Zweifel. Glaube ist immer ein Prozess", sagte P. Thomas.

 

Durchaus nachdenklich gab sich Eidinger: Er finde es "zu einfach", ins Programmheft zu schreiben, dass er ein Atheist sei, und damit die Frage nach Gott auszuklammern. "Ich halte es da mit Simon Strauss, der zu mir einmal gesagt hat: Für einen Intellektuellen verbietet es sich, nicht an Gott zu glauben", sagte er und löste damit einige Überraschung aus.

 

Gericht geschieht ständig

Er stelle sich das Jüngste Gericht weniger als eine Instanz am Ende des Lebens vor: Vielmehr geschehe es beinahe alltäglich.  Es geschehe immer dann, wenn man sich entscheiden muss, ob man an einem Bedürftigen vorübergeht, oder ihm hilft.

 

Im Bild: Podiumsdiskussion in Salzburg mit (v.l.) P. Thomas Hrastnik, Peter S. Altmann und Lars Eidinger. Foto: privat

 

(01-08-2022 / mtz)