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Aufbruch ins Ungeahnte

Gleich nach der feierlichen Eröffnung des sanierten Klosters in Salzburg haben sich Dutzende Franziskaner aus allen Teilen Österreichs, aus Südtirol und aus der Schweiz zu einem Brüdertreffen eingefunden, um über aktuelle Herausforderungen des Ordenslebens zu diskutieren.

Provinzialminister, P. Fritz Wenigwieser,  und der Salzburger Guardian, P. Thomas Hrastnik, begrüßten dazu 48 Mitbrüder, allen voran den Hauptreferenten, Generaldefinitor P. Albert Schmucki. Das Treffen diene einerseits dazu, dass die Brüder besondere Herausforderungen des Ordenslebens diskutierten, anderseits sollten sie aber auch das umgebaute Kloster besichtigen können, bevor ein Teil des Gebäudekomplexes an die Landesverwaltung vermietet wird.

 

Generaldefinitor als Referent zum Machtgebrauch

Unter dem Schlagwort "Aufbruch ins Ungeahnte" reflektierten die Teilnehmer jene Spannung, die sich zwischen individuellem Bedürfnis und gemeinschaftlichen Anforderungen ergibt. In einem Grundsatzreferat zum franziskanischen Ansatz beim Gebrauch von Macht - und deren Missbrauch - zeichnete der in Rom lebende, und dort auch Psychologie lehrende Schmucki nach, wie der Orden seit Anbeginn um den korrekten Umgang der Brüder miteinander gerungen hat. Mit Verweis darauf, dass sich bereits in der nicht-bullierten Regel (nbR 6,2) Jesu Goldene Regel (Mt 7,12) als Mahnung an Inhaber von Ordensämtern wiederfindet, unterstrich Schmucki, dass im franziskanischen Sinn Macht immer "geschwisterlich geteilte Macht übereinander", und insofern beiderseits ein Dienst aneinander zu verstehen sei.

 

Neben Gruppenarbeiten, geselligem Beisammensein und einen Ausflug zum örtlichen Kapuzinerkloster stellten sich die Brüder aber auch aktuellen kirchlichen Fragen: Was bedeutet Synodalität für die Franziskaner? Wie gehen Mitbrüder mit Medien um? Welchen Herausforderungen sollen sie sich im Umgang mit Armen stellen? Wie wollen sie ihr Da-Sein als Pilger in dieser Welt wieder verstärkt in den Mittelpunkt rücken.

 

Besuch des Generalministers im Herbst

Einige Ergebnisse der Debatte werden in den kommenden Monaten bis zum Besuch von Generalminister, P. Massimo Fusarelli, im Herbst in Österreich noch vertieft werden. Andere werden in den ordenseigenen Medien eine weitere Erörterung erfahren. Einige Schlaglichter auf das Brüdertreffen findet sich in der Fotostrecke auf "flickr". Die Franziskanerprovinz in Österreich und Südtirol umfasst 19 Niederlassungen. In ihr leben 107 Brüder bei einem Altersdurchschnitt von 62,4 Jahren.

 

(27-4-2022 / mtz)

 

im Bild: Brüdertreffen in Salzburg. Foto: OFM Austria /   Martin Barmettler ofm