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Im neuen "Antonius": Freie Meinung in der Kirche?

Diskussion um Priester oder Amtsträger, die sich stark kritisch gegen Coronamaßnahmen engagieren, gab es unlängst in  mehreren mitteleuropäischen Diözesen wie etwa in Thüringen, in Vorarlberg, in Mailand, Vicenza oder auch auf Malta. Und jüngst auch in der Erzdiözese Wien:  In der neuen Ausgabe des "Antonius" dekliniert der international bekannte Fundamentaltheologe und Philosoph, P. Dominikus Kraschl ofm (Bild), die Frage nach der Meinungsfreiheit durch.

 

Die Meinungsfreiheit sei ein Recht aller Bürger, auch von coronaskeptischen Aussagen könne man nicht pauschal behaupten, dass sie der Glaubens- und Sittenlehre der Kirche widersprächen, schreibt Kraschl in dem nun erschienenen Heft. Allerdings habe ein Bischof (und allgemein kanonische Oberer) auch Sorge um Einheit und Klarheit in der Kirche zu tragen. Insofern ein Bischof vor seinem Gewissen und auch seinen Gläubigen gegenüber eine Einschränkung für richtig halte und insofern diese verhältnismäßig ist, sei sie kirchlich möglich, meint der habilitierte Franziskaner-Theologe, der derzeit in Salzburg lebt. Ob ein Bischof einschreiten muss, sei im Grunde eine Ermessenfrage. Allerdings formuliere die Kirche auch Grenzen bei der Veröffentlichung oder Äußerung der eigenen Meinung: In Fragen, die der freien Meinungsbildung unterliegen, haben sich Gläubige immer davor zu hüten, ihre eigene Ansicht als Lehre der Kirche auszugeben.

 

Die erste Jahresnummer des "Antonius" hat die Pandemie und deren gesellschaftliche Herausforderungen zum Schwerpunkt. Das Magazin ist in allen Franziskanerkirchen in Österreich und Südtirol erhältlich.   

 

(31-01-23 / mtz)