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Br. Wolfgang Salzburger verstorben

Foto: Dolomiten

Gott, der Herr über Leben und Tod, hat seinen treuen Diener, unseren lieben Mitbruder Wolfgang Salzburger
am 24. Jänner in sein ewiges Reich heimgerufen.

Zu den Früchten des Geistes, die der heilige Paulus seinen Galatern gegenüber aufzählt, gehören Freundlichkeit, Güte und die Treue (Gal 5,22). Diese drei waren ein ganzes Ordensleben lang hauptsächliche Charaktereigenschaften von Br. Wolfgang Salzburger: Am Sonntag, den 24. Jänner, ist der landesweit geschätzte Mitbruder in Bozen gestorben. Er wurde 85 Jahre alt.
 
Br. Wolfgang war freundlich. Allein in unserem Kloster in Bozen arbeitete, besser gesagt: "wirkte" Br. Wolfgang über 40 Jahre lang an der Pforte. "Er war, das kann man ohne Übertreibung sagen, das Aushängeschild des Klosters", schreiben die Brüder in der Talferstadt. Und es bezeugen unzählige Menschen, jeden Alters, Standes oder auch jedweder Sprache. Für Freunde, Obdachlose, Gläubige oder einfach Passanten: Br. Wolfgang war einfach da. Darüber hinaus hielt er via Telefon oder durch Besuche Kontakt zu vielen Menschen in anderen Landesteilen.
 
Br. Wolfgang war gütig. Ein Wort zur Stärkung den Überforderten, dann und wann ein verstecktes Almosen den Bettelnden, eine unvermittelt gestellte Frage denen, die Sorgen mit sich herum tragen: Von diesen "Dingen" hatte er einen schier nicht endenden Vorrat. Und er teilte ihn mit Inbrunst und Engagement aus.  Selbst in irritierenden Momenten oder wenn ihn die ihm eigene Hektik erfasste, drang dabei meist auch der Schelm durch. Immer meinte er es gut, heißt es in der Lebensbeschreibung, dem sogenannten "Totenbrief". In die Güte miteingeschlossen, war seine "Wachsamkeit", das Achtgeben: Aller möglichen Leiden und "Schmerzlein" zum Trotz konnte kaum wer "an ihm vorbei": Mit erstaunlicher Präzision nahm er wahr, wer die Stufen zur Franziskanerkirche herunter lief: Er sah Sie und Sie wussten, dass er Sie sah.
 
Br. Wolfgang war treu. Treue verbinden wir gewöhnlich mit Beharrlichkeit. Präzise formuliert, ist treu, wer nicht nur Ausdauer zeigt, sondern sich auch mit seinem Selbst einbringt. Zur Treue gehört neben der Beharrlichkeit eben auch die Liebe. Auf diese Weise treu war Wolfgang. Nicht nur in der gewissenhaften Ausführung der Pfortenarbeit oder der Pflege unserer Mutter-Gottes-Grotte am Kircheneingang. Darüber hinaus umsorgte er die Tätigkeit der Vinzenzkonferenzen an unserer Kirche. Einen besonders innigen Bezug besaß Br. Wolfgang zum Chor der Bozner Franziskanerkirche, dessen Sängerinnen und Sängern er ein gemütliches Beisammensein nach Proben oder Gottesdiensten organisierte.
 
Br. Wolfgang wurde am Donnerstag, 28. Jänner, in Bozen beerdigt.
 
(29-01-2021/Br. Moritz Windegger/red.)