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Marcia Francescana einmal anders

Pilgerveranstaltungen gestalten sich dieses Jahr anders, der geistlichen Intensität tut dies keinen Abbruch – im Gegenteil!
 
Foto: FranziskanerAls im März Covid-19 unser aller Leben auf den Kopf stellte, sah es vorerst so aus, als müssten wir die Marcia Francescana 2020 völlig absagen. Schließlich fand sie aber – als gangbare Alternative zum geplanten Endziel in Assisi – in Tirol statt. Als 29-köpfige Gruppe trafen wir uns Mitte Juli in Kufstein bei bosnischen Franziskanern. Etwa drei Viertel der Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren war das erste Mal dabei. Schon bei der Vorstellrunde, dann beim abendlichen Gottesdienst war spürbar, dass diese Pilgerveranstaltung für die allermeisten mehr ist als nur ein sportliches Event.
 
Route
Der erste Geh-Tag führte uns bei ein wenig Regen auf den so genannten "Hilari-Berg" bei Kramsach. Von hier pilgerten wir am nächsten Tag zum Franziskanerkloster Schwaz und streiften dabei den Achensee, der uns ein erfrischendes Bad und eine intensive Zeit des geistlichen Austausches an seinen Ufern bescherte. Eine sehr schöne Etappe führte uns dann über Gnadenwald nach Hall in Tirol, wo wir wiederum bei den Franziskanern Unterkunft fanden. Auf einem Bogen über die Hügel südlich von Innsbruck gelangten wir schließlich ins dortige Franziskanerkloster bei der dortigen Hofkirche im Zentrum der Stadt. Entlang des Inn gelangten wir anderntags nach Telfs um auch das dortige Kloster noch für drei Tage zu "okkupieren". Eine wunderschöne Pilgertour führte uns von dort auf die Niedere Munde (2059 m). Es war der höchste, wohl jemals von einer Marcia-Gruppe erreichte Punkt. Spirituell erreichte die diesjährige Marcia ihren Höhepunkt bei der Ankunft am Ziel, der Wallfahrtskirche Maria Locherboden, und am Einkehrtag.
 
Neue Wege
Das Motto lautete heuer: "Steh auf und geh!" (Joh 5, 8). Gerade unter dem Eindruck der Pandemie zeigt sich, wie wichtig es ist immer wieder aufzustehen und weiter zu gehen. Vielleicht aber anders als bisher – mit einem neuen Rhythmus, einer neuen Dankbarkeit und einem erneuerten Glauben, dass Gott unsere Wege mitgeht. Schon jetzt dürfen wir herzlich zur Marcia Francescana 2021 einladen – auch wenn noch etwas unklar ist, ob sie wieder nach Assisi führen wird, oder doch noch einmal in Österreich stattfindet.
 
(9-09-2020 / P. Stefan Kitzmüller / red.)