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Generaloberin Sr. Franziska Bruckner feierte 60. Geburtstag

Die zweite Vorsitzende der österreichischen Ordensgemeinschaften, die Amstettner Generaloberin Sr. Franziska Bruckner,
feierte am 23. Mai ihren 60. Geburtstag.
 
Die glückliche Jubilarin Sr. Franziska (Bild Mitte; Foto: Wolfgang Zarl)
Auf die aktuellen Herausforderungen für die Orden angesprochen, meinte Bruckner: "Wir leben im 21. Jahrhundert - und das mit den heutigen Mitteln. Wir sind vernetzt und nutzen die modernen Medien und sind in den Sozialen Netzwerken vertreten. Das trifft auf alle zu, selbst auf die kontemplativen Gemeinschaften, die zurückgezogener leben." Ordensgemeinschaften seien auch heute vielfach Vorreiter: etwa in der Hilfe für Notleidende, im Bereich der Schöpfungsverantwortung und im Kampf gegen Prostitution und Menschenhandel. Sie sehe Ordensleute auch als wichtige theologische Partner, so Bruckner. Nachsatz: "Die Sichtweise, dass Ordensleben antiquiert sei, trifft nicht zu."
 
Im Wandel
Freilich: Die konkrete Umsetzung der Gründungsideen habe sich bei vielen Ordensgemeinschaften stark verändert. Gerade die Bereiche Bildung und Pflege seien vielfach vom Staat und anderen Trägern übernommen worden. An Bedeutung zugenommen habe hingegen, "dass wir für den einzelnen Menschen stärker da sind". Die Angebote für pastorale und seel­sorgliche Begleitung seien ein neuer Schwerpunkt. Bruckner: "Ordensfrauen und Ordensmänner sind hellhörig für neue Herausforderungen, sie engagieren sich gerade für jene, die unter die Räder gekommen sind. Wir sind da für Notleidende, für Flüchtlinge und für die, die durch alle sozialen Netze fallen. Und wir sprechen gesellschaftliche Problemfelder an, wenngleich das vielleicht nicht immer gerne gehört wird." Die Orden würden beispielsweise auch intensiv mit Nichtregierungsorganisationen wie der Armutskonferenz oder Umweltschutzgruppen zusammenarbeiten.
 
Freiraum
Persönlich hat Sr. Bruckner mit dem Eintritt in einen Orden die richtige Lebensentscheidung getroffen, wie sie betont: "Als Ordensfrau habe ich mehr Freiraum für andere: etwa für meine Mitschwestern oder für Schülerinnen und Schüler. Das klösterliche Leben bietet mir Rückzugsmöglichkeiten, die es ermöglichen aufzutanken, um mit viel Energie für andere Menschen oder Projekte durchzustarten. So können wir auf vielfältige Art und Weise unseren Gründungsauftrag verwirklichen, das klösterliche Leben ist ein kostbares Geschenk, für das ich dankbar bin."
 
Berufung
Wenn jemand in sich die Berufung zum Ordensleben verspürt, dann sei es wichtig, mit jemandem darüber zu sprechen. Gute Gespräche würden helfen, die eigenen Motivationen zu klären. Um das Ordensleben kennenzulernen, gibt es zusätzlich etwa auch das freiwillige Ordensjahr, das Mitleben im Kloster zu bestimmten Festzeiten oder die Teilnahme an Veranstaltungen. Bruckner: "Es gibt immer wieder Suchende, die bei uns einige Zeit verbringen. Aber auch wenn deren Lebensplanung in eine andere Richtung geht, dürfen sie etwas für ihr späteres Leben mitnehmen. Die Entscheidung muss für beide Seiten akzeptabel sein."
 
(29-05-2020 / Wolfgang Zarl / red.)