Nachrichtenarchiv

Orgeleinweihung in Jerusalem durch Weihbischof Lackner

Orgeleinweihung in Jerusalem durch Weihbischof Lackner

Fr. Stanislaus Bertagnolli OFM vom Generalkommissariat für das Heilige Land in Wien hat unermüdlich für dieses Projekt in der Sankt Salvator Kirche gearbeitet.

Die feierliche Einweihung der neuen Orgel in der römisch-katholischen Pfarrkirche Sankt Salvator in Jerusalem wurde am Abend des 18. April 2008 ein Fest der gelebten Verbundenheit zwischen Österreich und den Brüdern und Schwestern der Kirche im Heiligen Land.

Damit aus heiligen Stätten keine „toten Steine“ werden

Die Nachfolger der Urgemeinde von Jerusalem waren seit den Anfängen in den nachösterlichen Tagen bis heute immer auf die Hilfe der weltweiten Katholischen Kirche angewiesen. Seit einigen Jahren verschärft sich die Problematik der Kirche im Heiligen Land dadurch, dass die arabischen Christen in Israel und Palästina ihrer schwierigen Lebens- und Arbeitssituation entfliehen und vermehrt ihr Glück in Europa oder Amerika suchen. Die Gefahr bestehe, so betonte auch Papst Benedikt XVI. mehrfach, dass die heiligen Stätten der Christenheit in Israel/Palästina zu „toten Steinen“ verkommen, wenn keine christlichen Gemeinden an ihnen mehr existieren sollten.

Orgelprojekt ein mutiger Schritt

In dieser Situation war es mutig und ein in die Zukunft weisendes Zeichen, dass die Kustodie des Heiligen Landes der Franziskaner eine neue Orgel in der Pfarrkirche Jerusalems, die zugleich Hauptkirche der Franziskaner für den gesamten Nahen Osten ist, in Auftrag gab. Die alte Orgel stammte aus dem Jahre 1880 und war mehrfach, auch durch eigene orgelbaukundige Mitbrüder, restauriert worden.

Nicht zuletzt für die Bedürfnisse der inzwischen zehn Jahre alten Musikschule „Magnificat“ der Franziskaner in Jerusalem war eine neue Orgel erforderlich. Immerhin unterrichtet nicht zuletzt der Initiator und Gründer der Schule, P. Armando Pierucci OFM, selbst an der Orgel und hat bereits Meisterschüler. Und so hatte P. Kustos Pierbattista Pizzaballa OFM vor gut drei Jahren einen erneuten Hilferuf an das Generalkommissariat des Heiligen Landes in Wien und dessen Leiter Fr. Stanislaus Bertagnolli OFM gerichtet. 25 Jahre war es her, dass das Generalkommissariat in Wien und österreichische Wohltäter die grundlegende Sanierung und Erweiterung der Orgel in der Heilig-Grab-Kirche finanziert hatten. Damals war Franz Kardinal König zur Einweihung ins Zentrum der Christenheit gekommen. Das Unternehmen Rieger von Vorarlberg wurde nach der Orgel der Grabeskirche und der in der Katharinenkirche in Betlehem auch für Sankt Salvator als Restaurator ausgewählt.

Schwierige Vorbereitungen

Nach schwierigen Vorbereitungen (die gesamte Orgel musste mühsam nach Haifa verschifft und von dort in die Altstadt Jerusalems angeliefert werden) konnte das Instrument im ersten Quartal 2008 aufgestellt und intoniert werden.

Die feierliche Einweihung durch Weihbischof Franz Lackner OFM aus der Diözese Graz-Seckau geschah in Anwesenheit einer Pilgergruppe der deutschen Franziskanerprovinzen unter Leitung des deutschen Kommissars P. Werner Mertens OfM und vor allem vor über 100 österreichischen Pilgern, die Fr. Stanislaus selbst anführte. Mit ihnen war auch P. Gottfried Wegleitner OFM, Vikar der Ordensprovinz Austria, gekommen.

Der italienische Orgelsolist Pierluigi Comparin spielte zur Einweihung die neue Orgel und brachte vor vollbesetzter Kirche eindrucksvoll zu Gehör, was „in ihr steckt“. Auf der Blockflöte begleitete ihn der Flötist Stefano Casaccia. Mit dabei war auch der „Magnificat“-Chor der Kustodie des Heiligen Landes unter der Leitung von Hania Soudah Sabbara.

Viel Applaus für P. Stanislaus

P. Kustos dankte zu Beginn der liturgischen Feier den vor allem den aus Österreich kommenden Wohltätern und der Firma Rieger für das wunderbare Instrument, das ohne Zweifel das gegenwärtig beste in Jerusalem ist. Weihbischof Franz Lackner wurde bei seinen liturgischen Handlungen rund um das Weihegebet für die neue Orgel von zwei Diakonen assistiert; einer von ihnen war Fr. Stanislaus Bertganolli OFM selbst, der für seine unermüdliche Hilfestellung mit seinen großzügign Spendern langanhaltenden Beifall der gesamten Festgemeinde erhielt.
(P. Robert Jauch OFM, Jerusalem, 08-04-24)

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Entwicklungshilfe heute: Straßenbau in Bolivien

Entwicklungshilfe heute: Straßenbau in Bolivien

O.S.K.A.R. heißt ein Projekt der Franziskaner in Bolivien.
Seit 30 Jahren werden Straßen und Brücken gebaut.

Die Franziskaner führen dieses Projekt zu Gunsten der Bevölkerung von Bolivien. Damit die Bauern ihre Produkte an den Handel bringen können, muss die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. Im besonderem braucht es dazu Straßen. Aus ihrer pastoral sozialen Erfahrung heraus haben die Franziskaner vor 30 Jahren das Projekt O.S.C.A.R ins Leben gerufen und führen es nun all die Jahre.

Studenten aus allen Teilen Boliviens machen dabei mit. Sie werden, aber erst nach Abschluss des Gymnasiums, aufgenommen, und die Regierung rechnet es als Ersatz für den Wehrdienst an. Im Baulager selbst wird neben der Arbeit Universitätsunterricht erteilt. Im besonderem sind diese Studenten Kandidaten für Priester- und Ordensberufe.

Neben dem besagten Straßen- und Brückenbau gilt es auch, mit und für die Menschen vor Ort Schulen und Minikrankenstationen zu bauen. Darüber besteht ein Gesundheits-, ein Erziehungs- und ein AGRO-Ökologisches Programm. Die Vielfältigkeit im Aufgabenbereich des Projektes spiegelt sich auch in der Tätigkeit der Studenten. Von der Küchenarbeit über die Backstube hin in die Wäscherei und zur Maschinenwartung im Baulager. Zur Ausbildung gehört auch noch die Arbeit in der Baumschule, die Erzeugung von Naturheilmitteln, Erste Hilfekurse bis hin zu Gesundheitspromotoren oder als Mechaniker.

Ziel dieses Missionsprojekts der Franziskaner: Junge Menschen sollen lernen, gesellschaftliche Missstände nicht nur zu kritisieren, sondern etwas Positives leisten und dadurch Abhilfe schaffen. Finanziell getragen wird dieses Projekt von verschiedenen staatlichen und kirchlichen Hilfsstellen. Fr. Florenz Graf ofm

Nähere Information zu diesem Projekt über das Missionssekretariat der Franziskaner in Schwaz: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Jubiläumswallfahrt nach Mariazell

Jubiläumswallfahrt nach Mariazell

Die Franziskaner feiern heuer ein Jubiläum. Vor einhundert Jahren ist die Provincia Austria wiedererrichtet worden.

In Österreich gibt es zwei Franziskanerprovinzen: im Westen die "Tiroler Provinz zum heiligen Leopold"; auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Steiermark und Burgenland erstreckt sich die "Österreichische Provinz zum heiligen Bernardin". Diese ist schon über 500 Jahre alt. Zur Zeit von Maria Theresia erreichte sie mit fast tausend Brüdern ihren Höchststand. Aber die Aufklärung unter Joseph II. führte fast zur Auflösung der Provinz. Die meisten Klöster mussten geschlossen, die Provinz geteilt werden. Es kam sogar so weit, dass im 19. Jahrhundert die verbliebenen sechs Klöster an die Nachbarprovinzen in Ungarn und Tirol angeschlossen werden mussten. Am 3. Juni 1900 kam es zu einer Wiederbelebung: Die "Provincia Austria" wurde neu gegründet.

Die Provinz feiert heuer hundert Jahre ihres Bestandes. Unter dem Motto "Franziskaner und ihre Gemeinden auf dem Weg" pilgerten am 3. Juni 600 Kinder, Frauen, Männer und Franziskaner nach Mariazell. Hier wurden sie von Superior Pater Karl Schauer in einer Prozession in die Basilika geleitet. Den Festgottesdienst zelebrierte Kardinal Laszlo Paskai aus Ungarn. Am Beginn der Messe stellten sich die einzelnen Gemeinden vor; jede hatte ein für sich typisches Symbol mitgebracht. In der Predigt erinnerte Paskai an die Hilfe, die die österreichischen Franziskaner den Ungarn während des Kommunismus geleistet hatten.

Erschöpft von der sommerlichen Hitze, erfrischten sich die Gläubigen nach dem Gottesdienst bei einer Agape. Den Abschluss des Tages bildete eine Andacht vor der "Bründlkapelle". Rechtzeitig bevor ein Sommergewitter über Mariazell niedergehen konnte, gelangten die Gläubigen trockenen Fußes zu ihren Bussen. Franziskaner und ihre Gemeinde traten den Weg nach Hause an.

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Papstbesuch: Franziskaner im Heiligen Land

Papstbesuch: Franziskaner im Heiligen Land

Viele der christlichen Stätten im Heiligen Land betreuen die Franziskaner. Den Dienst am Heiligen Grab übernahmen die Brüder des heiligen Franz von Assisi vor beinahe 700 Jahren.

Dies war die erste Niederlassung, weitere folgten.
Der erste Franziskaner, der ins Heilige Land reiste, war - wenn man das so sagen kann - Franziskus selbst. Auf einem Kreuzfahrerschiff gelangte Franziskus nach Ägypten. Während eines Waffenstillstandes zwischen dem muslimischen und dem christlichen Heer gelingt es Franziskus, zu Sultan El-Kamil vorgelassen zu werden. Der Sultan soll den christlichen Gast freundlich aufgenommen und mit ihm ein Gespräch über den Glauben geführt haben. Eine Bekehrung des Sultans - wie es die Absicht des Heiligen war - gelingt freilich nicht. Dennoch darf man von einem beachtenswerten Unternehmen sprechen: In Jahren der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen christlichen Kreuzfahrern und Muslimen sucht Franziskus das Gespräch, den Dialog zwischen den Religionen.

Den Missionaren in seinem Orden gibt Franziskus die Order mit auf den Weg, "dass sie weder Zank noch Streit beginnen," sondern sich den Menschen vor Ort untertänig erweisen sollen. So steht es in der Ordensregel. Keine Zwangsbekehrungen also, sondern mit den Leuten ins Gespräch kommen über Fragen des Glaubens und ihnen von Gottes Liebe Zeugnis geben.

Bedeutung heute

Heute betreuen die Franziskaner im Heiligen Land eine Reihe von Einrichtungen: Pfarren, soziale Projekte und Wallfahrtsstätten wie zum Beispiel hier in Nazareth und das Hl. Grab in Jerusalem. Dazu kommen noch eine Hochschule und ein Verlag. Der Obere aller franziskanischen Einrichtungen im Heiligen Land ist Custos Pater Giovanni Battistelli (Foto). Da der Franziskanerorden im Hl. Land eine wichtige Rolle spielt, kann auch der Custos, Pater Battistelli, als eine der wichtigen christlichen Autoritäten des Landes bezeichnet.

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Drei Jahre nach dem großen Beben

Drei Jahre nach dem großen Beben

Im September 1997 erschütterte ein Erdbeben Assisi. Heute sind die Schäden weitgehend behoben. Die Unsicherheit vor weiteren Erdstößen freilich ist geblieben.

Die franziskanische Welt hält den Atem an, als am 26. September 1997 die ersten Meldungen über ein Erdbeben in Assisi durch die Medien gehen. Die Erschütterungen richten in der Basilika des heiligen Franziskus großen Schaden an. Als Franziskaner-Minoriten und Experten die Zerstörungen im Innenraum der Kirche begutachten, kommt es zur Katastrophe. Teile des Gewölbes stürzen herab und begraben zwei Fachleute und zwei Ordensmänner unter sich. Insgesamt kommen bei den Erdstößen in Umbrien und in den Marken, die bis in den Oktober hinein zu spüren sind, zehn Menschen ums Leben. Tausende Häuser sind nicht mehr bewohnbar. In einfachen, dafür aber sicheren Containersiedlungen nehmen die Menschen Unterkunft. Fatal sind die Folgen des Bebens für den Tourismus, da in den beiden Jahren nach der Katastrophe die Gäste ausbleiben.

Heute, genau drei Jahre nach der Naturkatastrophe, sind in der Stadt Assisi noch etliche Gerüste aufgerichtet, um vom Einsturz gefährdete Häuserfassaden abzustützen. Die Arbeiten an den Kirchen und Klöstern sind weit vorangeschritten. Im August wurde wieder die Kirche der heiligen Klara eröffnet. Somit sind alle wichtigen Kirchen zugänglich.

500 Millionen für Basilika San Francesco

Für Besucher geöffnet auch ist die Basilika San Francesco, in deren Krypta der heilige Franziskus bestattet ist. Die offenen Flächen des Gewölbes in der Kirche wurden zugemauert. Die herabgestürzten kleinen und größeren Teile des Gewölbes sind feinsäuberlich in einer Halle außerhalb der Stadt gelagert. Hier versuchen Restauratoren aus 80.000 (!) Puzzlesteinen die zerstörten Fresken des Giotto zusammenzusetzen. Was zum Teil auch schon gelungen ist: Zwei Bilder von Franziskus und Klara konnten bereits wieder auf das Gewölbe aufgetragen werden.

Bis jetzt sind in die Instandsetzung der Basilika und des angrenzenden Klosters etwa ATS 500 Millionen geflossen. Fassade, Statik und der Vorplatz wurden damit instand gesetzt. Die Kirche präsentiert sich als stilgerecht und zugleich wunderschön restauriert. Den Großteil der Gelder für die Sanierung stellt der italienische Staat zur Verfügung. Ihm liegt großes Interesse an der Basilika, da diese zu den Nationalheiligtümern Italiens zählt. Außerdem lebt die ganze Region von den Touristen und Gläubigen, die jährlich zu hunderttausenden zu den heiligen Stätten pilgern. Geschlossene Kirchen würden viele Menschen arbeitslos machen. Ob freilich Restaurierungen im großen Stil im Sinn des heiligen Franziskus sind, der sich die "heilige Armut" zur Braut erwählt hat, darf angefragt werden. (bgw, 9-2000)

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