Nachrichtenarchiv

Provinzial P. Rupert Schwarzl zum 800-Jahr-Jubiläum: Orden mit Vergangenheit und Zukunft

   
Die Franziskaner begehen 2009 das 800-Jahr-Jubiläum ihrer Ordensregel. Orden und Regel gehen zurück auf Franz von Assisi. Der wollte an sich gar keinen Orden gründen. Im Testament betont er, dass ihm der Herr selbst Brüder gegeben hat. Seit 800 Jahren folgen Minderbrüder - wie Franziskus - den Fußspuren ihres Herrn und Meisters Jesus Christus. In einer Vision gegen Ende seines Lebens bekommt Franziskus von einem Engel die Zusage, dass sein Orden bis zum Ende der Welt bestehen werde. So eine Vision stimmt zuversichtlich.

Jubiläen mit runden Zahlen nimmt man gerne zum Anlass, mit Stolz und Freude auf ein langes Bestehen hinzuweisen. Doch kann man dabei nicht stehen bleiben.
· Jubiläen sind nicht nur Feier von Vergangenem.
· Jubiläen sind Gelegenheit zum Danken, aber auch zum B

   
itten
· Jubiläen sind wie Aussichtstürme für eine neue Standortbestim-mung.

Der Franziskanerorden hat zur Zeit etwa 15 000 Mitglieder. Er steht weltweit vor neuen Herausforderungen:
· im Einsatz gegen Armut und Ausbeutung von Menschen auf allen Kontinenten
· im Eintreten für die Bewahrung und Erhaltung der Schöpfung und der Natur
· im Bemühen um Gerechtigkeit und Frieden und um den Dialog zwi-schen Völkern und Religionen
· bei der Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi in einer heute vielfach gottlosen Welt

Franz von Assisi wusste die Gemeinschaft seiner Minderbrüder zu seiner Zeit in der sicheren Obhut Gottes. Das lässt daran glauben, dass sein Orden auch heute noch Zukunft hat.

Pater Rupert Schwarzl

Franziskaner laden zu Benefizkonzert für Osteuropa

Das franziskanische Hilfswerk „Franz Hilf“ unterstützt mit dem Konzert die ärmsten Menschen in Mittel- und Osteuropa.

   
Zu einer klösterliche Fastensuppe kamen kürzlich Sponsoren und Freunde des franziskanischen Hilfswerks für Mittel- und Europa (FMO) ins Refektorium des Wiener Franziskanerklosters. Diese ermöglichen ein Benefizkonzert am 24. März 2009 (19:30 Uhr) in der Wiener Franziskanerkirche. Der Erlös dient dem Aufbau einer Ambulanz für Kinder mit Behinderungen in Talgar (Kasachstan), die von Franziskanern getragen wird. Ausführende des Konzerts sind die Wiener Philharmoniker und Freunde. Die künstlerische Koordination übernimmt Mechthild Bartolomey.

Der Wiener Franziskanerpater Ulrich Zankanella hofft trotz und wegen der Wirtschaftskrise auf einen Erfolg des Konzerts: „In Mittel- und Osteuropa spüren viele Menschen eine ungeheure soziale Kälte. Kinder mit Behinderungen trifft es zusätzlich.“

Das Projekt in Talgar

Pater Guido Trezzani OFM hat in Talgar (Kasachstan) das Kinderdorf „Arche“ gegründet. 59 Kinder sind in kleinen Häusern untergebracht, die einst ein

  
kommunistisches Jugendlager waren. 21 dieser 59 Kinder haben Behinderungen. Zur ihrer Behandlung wurde eine Ambulanz eingerichtet. Weil die Behandlung von Behinderungen hier noch wenig Fortschritte gemacht hat, lädt P. Guido Ärzte aus Italien zur Schulung des Personals ein.

Im Umkreis der Stadt Talgar gibt es weitere 150 behinderte Kinder, die Hilfe brauchen. Die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch. Viele Eltern können für die Behandlung der Kinder nicht bezahlen. Sie sollen in der Ambulanz unentgeltlich Beratung und Hilfe für die Kinder finden. Für die laufenden Kosten der Ambulanz für insgesamt etwa 170 behinderte Kinder und des Kinderdorfs bittet Pater Guido um Unterstützung. „Wir möchten 50.000 Euro beitragen - diesem Zweck dient das Benefizkonzert“, erklärt Pater Ulrich.

„Franz hilf“

   
Das von Pater Zankanella geleitete Hilfswerk "Franz hilf!" arbeitet mit 176 Klöstern in Osteuropa zusammen und betreibt 70 verschiedene Projekte in 14 Ländern. Für sein Engagement wurde Pater Ulrich 2007 mit dem Alois-Mock-Menschenrechtspreis ausgezeichnet.

(Karten im Büro der Franziskaner, Elisabethstraße 26/23, 1010 Wien, Tel. 01/585 49 06 bzw. via E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ; Informationen: www.franzhilf.org).

Wolfgang Zarl

Heilig-Land-Ausstellung in Frauenkirchen

Die Franziskaner kooperieren dabei mit dem päpstlichen Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Beide tragen Verantwortung für die Christen und für die Heiligen Stätten im Heiligen Land. 

  

Das Franziskanerkloster Frauenkirchen lädt zur Ausstellung "Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem". Diese "lockt" täglich von April bis November (9 bis 18 Uhr).  Guardian P. Elias Unegg OFM konnte am 18. April 2009 bei der Eröffnung zahlreiche Gäste begrüßen. Seit 376 Jahren kümmert sich das „Generalkommissariat vom Heiligen Lande“ in Wien um die Christen und die Heiligen Stätten im Heiligen Land. Generalkommissar P. Stanislaus Bertagnolli führte in den letzten Jahren über 12.000 Pilger dorthin. Der Franziskanerorden ist seit seiner Gründung an den wichtigsten Stätten im Heiligen Land vertreten.

 

Vorreiter Franziskus 

Auf seiner Reise ins Heilige Land hat der Heilige Franziskus von Assisi das erreicht, was das große Anliegen der Kreuzzüge war: die Heiligen Stätten, an denen Jesus gewirkt hat, unter christliche Obhut zu bekommen. Ganz ohne Waffengewalt, nur mit seiner Ausstrahlung und seiner gewinnenden Art, hat der Ordensgründer den Sultan so beeindruckt, dass dieser ihm den Weg zu allen heiligen Orten ebnete. Seit damals ist die Sorge um die heiligsten Stätten des Christentums

   

eine wesentliche Aufgabe der Franziskaner.
 
In allen Ländern gibt es die Kommissariate vom Heiligen Land, deren Aufgabe es ist, Pilger zu den Heiligen Stätten zu begleiten und die Christen vor Ort in einer äußerst schwierigen politischen Situation zu unterstützen.

   

Die meisten Exponate der diesjährigen Ausstellung stammen aus dem Archiv des Generalkommissariates von Wien und aus dem Wiener Franziskanerkloster. Die Schau will nicht professionell sein, aber das vorliegende historische Material wurde liebevoll angeordnet, um eine kleine Reise in die Geschichte des Heiligen Landes mitten im burgenländischen Seewinkel zu ermöglichen.

Der päpstliche Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem wirkt ebenfalls mit und stellt seine Arbeit vor.

Wolfgang Zarl

Franziskaner feiern heuer 800-Jahr-Jubiläum


Im Jahr 1209 bestätigte Papst Innozenz III. die Regel des Heiligen Franz von Assisi.

 

Seit 800 Jahren besteht die weltweite franziskanische Ordensfamilie: Im Jahr 1209 bestätigte Papst Innozenz III. mündlich die Regel des Heiligen Franz von Assisi (1182-1226). Der Generalminister des Franziskanerordens, José Rodríguez Carballo, hat daher für 2009 ein Jubiläumsjahr ausgerufen.

Orden mit Vergangenheit und Zukunft

Pater Rupert Schwarzl, Provinzial der Franziskanerprovinz vom heiligen Leopold in Österreich und Südtirol, zum Festjahr: „Jubiläen mit runden Zahlen nimmt man gerne zum Anlass, mit Freude auf ein langes Bestehen hinzuweisen.“ Großes und

Beeindruckendes hätten die Franziskaner im Laufe der Geschichte auch in den Klöstern und Werken in Österreich und Südtirol geleistet, blickt der Provinzial zurück. Dem Franziskaneroberen ist wichtig: „Die Franziskaner sind immer bei den Menschen und für die Armen da gewesen. Unser Jubiläum ist für mich aber auch wie ein Aussichtsturm für eine neue Standortbestimmung.“

Der Orden stehe vor neuen Herausforderungen, sagt Pater Schwarzl. Er nennt den Einsatz gegen die Armut, die Bewahrung der Schöpfung, das Bemühen um Frieden und Gerechtigkeit sowie die Verkündigung des Evangeliums als zentrale Themen.

„Ein Herzensanliegen von mir ist es, junge Männer für den Franziskanerorden zu begeistern. Den Fußspuren des heiligen Franziskus heute zu folgen, ist zweifelsohne eine Herausforderung, aber erfüllend und schön“, betont Provinzial P. Schwarzl.

Die Initiativen der Klöster

 

Höhepunkt des Jubiläumsjahres sind Festgottesdienste am 4. Oktober, dem Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi, in allen Franziskanerkirchen der Provinz. Zahlreiche Pilgerreisen führen nach Assisi. Die Franziskaner laden Jugendliche im August zu einem großen internationalen Jugendtreffen in Santiago de Compostela.

In der Salzburger Gemeinschaft wird das Jubiläumsjahr besonders bei der „Nacht der Langen Kirchen“ (5. Juni) betont. Der Konvent im burgenländischen Frauenkirchen organisiert zum Jubiläum eine Ausstellung zum Thema „Franziskaner im Heiligen Land“. Die Schau wird am 19. April eröffnet und dauert bis November. Die Gemeinschaft in Enns veranstaltet am 13. ein großes Spielefest. Weitere Klöster arbeiten derzeit an Projekten zum Jubiläumsjahr, die Planung steht aber mancherorts erst am Beginn. Prof. Johannes Ebenbauer, der musikalisch eng mit den Franziskanern zusammenarbeitet, vertont den „Sonnengesang“ des Franziskus zeitgemäß.

136 Brüder in der Provinz

Aktuell zählen 134 Brüder zur „Franziskanerprovinz Austria vom hl. Leopold in Österreich und Südtirol“. Die „Franziskanerprovinz Austria“ ist dem heiligen Leopold von Österreich geweiht und wurde im Oktober 2007 als Zusammenschluss der Tiroler mit der Wiener Ordensprovinz gegründet. Die Provinz umfasst 25 Klöster, im Salzburger

Kloster befindet sich das Provinzialat. Ein Schwerpunkt ist die Betreuung von Pfarreien und Wallfahrtsorten. In Bozen in Südtirol und Hall in Tirol unterhält der Orden jeweils eine Schule und ein Schülerheim. Elf Franziskaner sind nach Bolivien als Missionare entsandt.

Franziskanische Einrichtungen

Zahlreiche franziskanische Organisationen arbeiten von Österreich und Südtirol aus für globale Anliegen. Der „Rosenkranz-Sühnekreuzzung um den Frieden in der Welt“ (RSK), der von Pater Petrus Pavlicek OFM gegründet wurde, hat weltweit Hunderttausende Mitglieder. In Österreich ist die Mariä Namenfeier des RSK im September in der Wiener Stadthalle die größte regelmäßige religiöse Feier des Landes.

Seit kurzem ist die Missionsprokura der Franziskaner nach Wien übersiedelt. Von hier werden die Franziskaner-Missionare in Bolivien unterstützt. Auch FMO (Franziskaner für Mittel- und Osteuropa) hat den Sitz in Wien. Über die franziskanische Einrichtung fließt Hilfe nach Mittel- und Osteuropa. In Wien ist weiters der Sitz des „Generalkommissariats für das Heilige Land“. Dieses kümmert sich im päpstlichen Auftrag seit dem Jahr 1342 um die heiligen Stätten und um die Christen in Israel und Palästina. Über 12.000 österreichische Pilger wurden in den letzten Jahren ins Heilige Land geführt.

Das „Haus der Stille“ in Heiligenkreuz am Waasen vermittelt franziskanische Spiritualität. In Kaltern (Südtirol) steht das „Zentrum Tau“, ein wichtiger Anziehungspunkt für spirituell Suchende. Das Shalom-Kloster Pupping lädt zum Mitleben. In Graz arbeiten die Karl-Franzens-Universität und der Konvent am Aufbau für einen Lehrstuhl für franziskanische Spiritualität.

Franziskaner international

Im Jubiläumsjahr tagt ein Generalkapitel vom 24. Mai bis 20. Juni in Assisi. Dabei wird ein neuer Generalminister gewählt oder P. Carballo bestätigt. Über 15.000 Franziskaner wirken weltweit.         

 

Wolfgang Zarl

A. R. P. Peter Paul (Norbert) Mayer OFM gestorben

Er verstarb in den Morgenstunden des Ostermontags im 79. Lebensjahr in Salzburg.

 

   

P. Peter Paul wurde am 13. Juni 1930 in Tarvis/Italien geboren und auf den Namen Norbert getauft. Er besuchte in Innsbruck die Volksschule und ab 1940 in Innsbruck das Gymnasium und kam im Schuljahr 1947/48 an das Franziskanergymnasium nach Solbad Hall, wo er am 1950 maturierte.

Im selben Jahr nahm ihn in Pupping Provinzial P. Berard Jäger als Novizen in den Franziskanerorden auf, wo er 1951 seine Erste Profess ablegte. Die Feierliche Profess machte er am 8. September 1954 in Schwaz. Bischof Josef Calasanz Rosenhammer weihte ihn dort 1955 zum Diakon. Die Priesterweihe empfing P. Peter Paul durch Bischof Paulus Rusch am 18. März 1956 in Innsbruck. Seine Primiz konnte der Neupriester am Ostermontag 1956 in Egg im Bregenzer Wald feiern. Bereits im September 1956 kam er als Präfekt ins Leopoldinum nach Solbad Hall. Sein Theologiestudium beendete P. Peter Paul mit der Kuraprüfung im September 1957.

1960 kam P. Peter Paul als Krankenhauskaplan und Katechet nach Villach-St. Nikolai. Im September 1963 wurde er als Submagister der Novizen nach Rietberg/Deutschland in die Provinz Saxonia gesandt. Ein Jahr später übernahm er in Telfs das Amt des Novizenmeisters der Tiroler Franziskanerprovinz, das er fast 20 Jahre bekleidete. In den folgenden Jahren war er auch mehrmals Definitor und Guardian. 1976 übersiedelte das Noviziat nach Reutte, wo P. Peter Paul zusätzlich noch als Krankenhausseelsorger wirkte.

Zum Provinzial gewählt

Auf dem Provinzkapitel 1983 in Steyr wurde der aktive Definitor zum Provinzial der Tiroler Franziskanerprovinz gewählt und kam nach Innsbruck. Nach neun Jahren Dienst als Provinzial ging er 1992 nach Salzburg, wo er 17 Jahre bis zu seinem Tod als Seelsorger im Beichtstuhl, im Krankenhaus und bei Schwestern segensreich wirkte.

Im letzten halben Jahr ließen seine körperlichen Kräfte sichtlich nach. Geduldig und gottergeben ertrug er sein Älterwerden und Kranksein. Wie durch ein Wunder hat er sich nach lebensbedrohlichen Zuständen öfters erholt und war froh und dankbar, wenn er wieder bei den Mitbrüdern im Kloster sein konnte.

Den verstorbenen Mitbruder zeichnete besonders seine große Dienst- und Einsatzbereitschaft für die Ordensgemeinschaft aus. Das kam auch zum Ausdruck in seiner Gabe zum Habitschneidern, wozu er sogar eine eigene Anleitung publiziert hat. Genauso gerne fertigte er Rosenkränze, Gruß- und Spruchkarten. Vielen Festen und Feiern gab er durch seine selbstverfassten Verse ein persönliches Gepräge.

Der Franziskaner und Priester P. Peter Paul gab an seinem Primiztag, einem Ostermontag, sein aufopferndes Leben Gott zurück.

Der Verstorbene wird am Donnerstag, 16. April 2009, in der Franziskanerkirche Salzburg aufgebahrt. Den Sterberosenkranz für den Verstorbenen betet der Orden am Donnerstag um 18.30 Uhr. Das Requiem für P. Peter Paul wird am Freitag, 17. April 2009, um 15 Uhr in der Franziskanerkirche Salzburg. Anschließend bestatten wir unseren Mitbruder in der Gruft hinter dem Hochaltar.