Nachrichtenarchiv

A. R. P. Peter Paul (Norbert) Mayer OFM gestorben

Er verstarb in den Morgenstunden des Ostermontags im 79. Lebensjahr in Salzburg.

 

   

P. Peter Paul wurde am 13. Juni 1930 in Tarvis/Italien geboren und auf den Namen Norbert getauft. Er besuchte in Innsbruck die Volksschule und ab 1940 in Innsbruck das Gymnasium und kam im Schuljahr 1947/48 an das Franziskanergymnasium nach Solbad Hall, wo er am 1950 maturierte.

Im selben Jahr nahm ihn in Pupping Provinzial P. Berard Jäger als Novizen in den Franziskanerorden auf, wo er 1951 seine Erste Profess ablegte. Die Feierliche Profess machte er am 8. September 1954 in Schwaz. Bischof Josef Calasanz Rosenhammer weihte ihn dort 1955 zum Diakon. Die Priesterweihe empfing P. Peter Paul durch Bischof Paulus Rusch am 18. März 1956 in Innsbruck. Seine Primiz konnte der Neupriester am Ostermontag 1956 in Egg im Bregenzer Wald feiern. Bereits im September 1956 kam er als Präfekt ins Leopoldinum nach Solbad Hall. Sein Theologiestudium beendete P. Peter Paul mit der Kuraprüfung im September 1957.

1960 kam P. Peter Paul als Krankenhauskaplan und Katechet nach Villach-St. Nikolai. Im September 1963 wurde er als Submagister der Novizen nach Rietberg/Deutschland in die Provinz Saxonia gesandt. Ein Jahr später übernahm er in Telfs das Amt des Novizenmeisters der Tiroler Franziskanerprovinz, das er fast 20 Jahre bekleidete. In den folgenden Jahren war er auch mehrmals Definitor und Guardian. 1976 übersiedelte das Noviziat nach Reutte, wo P. Peter Paul zusätzlich noch als Krankenhausseelsorger wirkte.

Zum Provinzial gewählt

Auf dem Provinzkapitel 1983 in Steyr wurde der aktive Definitor zum Provinzial der Tiroler Franziskanerprovinz gewählt und kam nach Innsbruck. Nach neun Jahren Dienst als Provinzial ging er 1992 nach Salzburg, wo er 17 Jahre bis zu seinem Tod als Seelsorger im Beichtstuhl, im Krankenhaus und bei Schwestern segensreich wirkte.

Im letzten halben Jahr ließen seine körperlichen Kräfte sichtlich nach. Geduldig und gottergeben ertrug er sein Älterwerden und Kranksein. Wie durch ein Wunder hat er sich nach lebensbedrohlichen Zuständen öfters erholt und war froh und dankbar, wenn er wieder bei den Mitbrüdern im Kloster sein konnte.

Den verstorbenen Mitbruder zeichnete besonders seine große Dienst- und Einsatzbereitschaft für die Ordensgemeinschaft aus. Das kam auch zum Ausdruck in seiner Gabe zum Habitschneidern, wozu er sogar eine eigene Anleitung publiziert hat. Genauso gerne fertigte er Rosenkränze, Gruß- und Spruchkarten. Vielen Festen und Feiern gab er durch seine selbstverfassten Verse ein persönliches Gepräge.

Der Franziskaner und Priester P. Peter Paul gab an seinem Primiztag, einem Ostermontag, sein aufopferndes Leben Gott zurück.

Der Verstorbene wird am Donnerstag, 16. April 2009, in der Franziskanerkirche Salzburg aufgebahrt. Den Sterberosenkranz für den Verstorbenen betet der Orden am Donnerstag um 18.30 Uhr. Das Requiem für P. Peter Paul wird am Freitag, 17. April 2009, um 15 Uhr in der Franziskanerkirche Salzburg. Anschließend bestatten wir unseren Mitbruder in der Gruft hinter dem Hochaltar.

Papst baut auf die Franziskaner

Begegnung des Papstes mit Repräsentanten der verschiedenen Zweige der franziskanischen Ordensfamilie aus Anlass des 800-jährigen Bestehens der Ordensregel

 

 

  

Vatikanstadt, 19.4.09 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat die franziskanischen Orden aufgerufen, im Geist ihres Gründers "die Kirche wieder aufzubauen". Zum 800-jährigen Bestehen der Ordensregel des Franziskus lud der Papst die franziskanischen Gemeinschaften zur Rückbesinnung auf die Ursprünge und zum Einsatz für die Armen ein. Er rechne mit der Hilfe der Franziskaner für die Hirten der Kirche, sagte Benedikt XVI. am Samstag bei einer Begegnung mit Vertretern der verschiedenen Ordenszweige.

 

Die Audienz in Castel Gandolfo war der Abschluss eines seit Mittwoch dauernden Kongresses, zu dem sich 1.900 Repräsentanten der franziskanischen Orden aus 65 Ländern in Assisi versammelt hatten. Das Treffen erinnerte an die Anerkennung der Franziskus-Regel durch Innozenz III. im Jahr 1209.

Benedikt XVI. verwies auf die Überlieferung, nach der Franz von Assisi in der verfallenen Kapelle San Damiano den Auftrag hörte: "Stelle mein Haus wieder her!" Die franziskanischen Orden nannte er ein "kostbares Geschenk" für die ganze Christenheit. Die Botschaft des Franziskus besitze eine ungebrochene Aktualität vor allem für junge Menschen, "die die Radikalität dem Mittelmaß vorziehen", so Benedikt XVI.

Franziskus habe im Unterschied zu anderen Armutsbewegungen des Mittelalters die Anerkennung des Papstes gesucht, obwohl er mit einer polemischen Haltung gegen die Hierarchie größeren Zulauf hätte gewinnen können, erinnerte Benedikt XVI. Dies zeige die "wirklich kirchliche Gesinnung" des Friedensapostels.

An dem sogenannten "Mattenkapitel" in Assisi nahmen Repräsentanten der Ordensfamilien der Franziskaner, Minoriten, Kapuziner und Terziaren teil. 1.300 Teilnehmer stammten laut Veranstalterangaben aus Italien, 345 aus den übrigen europäischen Ländern. Aus Nord- und Südamerika waren insgesamt 160 Delegierte angereist; 40 kamen aus Afrika, 26 aus Asien und 15 aus dem Nahen Osten. Der Name "Mattenkapitel" geht auf ein

 

Treffen im Jahr 1221 zurück, als die rund 5.000 versammelten Franziskus-Anhänger keine festen Unterkünfte in Assisi fanden und deshalb auf Flechtmatten übernachten mussten.

 

Die Vorträge und Podiumsdiskussionen des Treffens befassten sich mit franziskanischer Identität und künftigen Aufgaben in Mission, Bildung, Medien und interreligiösem Dialog. Der frühere Franziskaner-Generalminister Giacomo Bini rief die Ordensleute auf, ihre Berufung "authentischer und leidenschaftlicher" zu leben.

Kathpress

Foto: www.ofm.org

Wien: 9.000 Gläubige bei Maria Namen-Feier

Die Maria-Namen-Feier in der Wiener Stadthalle am 14. September hatte heuer das 50-jährige Jubiläum. Kardinal Schönborn stand der Feier vor.
 
Seit 1958 feiern jährlich Tausende Gläubige das Maria-Namen-Fest in der Wiener Stadthalle, bisher dürften es über 900.000 gewesen sein. Heuer kamen laut Polizei über 9.000 Menschen. Die vom Rosenkranz-Sühnekreuzzug (RSK), der wesentlich vom Franziskanerorden getragen wird, ausgerichtete Veranstaltung ist die größte regelmäßige katholische Feier Österrfeichs. Der Gottesdienst am Sonntag, 14. September unter dem Motto „Für die Menschen“ wurde vom Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn geleitet.

Die Festpredigt hielt heuer der Heiligenkreuzer Zisterzienserpater Karl Wallner. Er beschäftigte sich mit der Frage, wie tief Sühne, Stellvertretung in der Bibel verwurzelt ist. Der bekehrte Torsten Hartung, der für einen Mord 20 Jahre im Gefängnis saß, gibt ein Glaubenszeugnis ab. Er berichtete: "Diese Begegnung mit Gott hat alle meine bisherigen Welt- und Wertmaßstäbe aus den Augen gehoben und das Alte enden lassen, damit etwas Neues beginnen konnte." Er hilft jetzt jungen Menschen in einem Jugendgefängnis. 

Sechs Bischöfe und viele weitere Geistliche 

Einer der Ehrengäste war der neu ernannte Bischof von Fatima, Antonio Augusto dos Santos Marto. Bei der Feier wurde auch der ersten Marienerscheinung in Lourdes vor 150 Jahren gedacht. Neben dem Bischof von Fatima und Kardinal Schönborn nahmen auch der Apostolische Nuntius von Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz und die beiden Wiener Weihbischöfe Franz Scharl und Stephan Turnovszky teil. Eines der Anliegen von Kardinal Schönborn war, die kommende Nationalratswahl der „Schutzfrau Maria“ empfohlen werden. Neben den sechs Bischöfen feierten laut RSK über 120 Priester und zahlreiche Ordensgeistliche mit. Für die musikalische Umrahmung sorgten ARS MUSICA, das Franziskusensemble und Friedrich Lessky.

 

Seit 1513 Maria-Namen-Fest

Mariä Namen wird am 12. September zur Dank für die Bewahrung des christlichen Abendlandes vor dem türkischen Heer gefeiert. Früher hatten die Armen an diesem Tag das Recht, auf den Feldern liegen gebliebenes Korn zu sammeln. Die Diözese Cuenca in Spanien erhielt 1513 die Erlaubnis zur Feier dieses Festes zu Ehren des heiligen Namens Mariä. Nachdem das Fest im Allgemeinen Römischen Kalender gestrichen worden war, weil es eine Doppelung zum Fest Mariä Geburt sei, wurde es im Jahr 2002 wieder für die ganze Kirche eingeführt. Im Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet blieb das Fest wegen des historischen Bezuges zum Sprachgebiet und der Verwurzelung im Volk immer erhalten.

RSK und Pater Petrus

Der RSK wird geleitet vom Franziskanerpater Benno Mikocki. Er übernahm die Aufgabe von Pater Petrus Pavlicek OFM, für den derzeit ein Seligsprechungsverfahren läuft. Ab September 1948 wurden jeden Monat in der Wiener Franziskanerkirche Andachten für den Frieden abgehalten. Weltweit hat die Gebetsgemeinschaft über 700.00 Mitglieder, allein in Österreich sind es Zehntausende. (Wolfgang Zarl, 01-09-08)

Informationen: Tel. (01) 512 69 36, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.rsk-ma.at

 

 

 

Erster Geburtstag der Provinz Austria

Franziskaner bilden sich weiter. Treffen in Pupping diente der theologischen und spirituellen Fortbildung.

Ein Jahr alt geworden ist die neue Franziskanerprovinz in Österreich und Südtirol.

    

Am 21. Oktober 2007 war die Ordensprovinz von Generalminister José R. Carballo feierlich aus der Taufe gehoben worden, ein Jahr danach feierten nun die Franziskaner den ersten Geburtstag. Provinzial Pater Rupert Schwarzl begrüßte 50 Franziskaner zur Feier, die aus allen Teilen der Provinz nach Pupping gekommen waren. Zum Thema „Gott im Handeln zur Sprache bringen“ hielt Univ.-Prof. Walter Schaupp ein Referat: „Die Kirche braucht eine Empfindlichkeit für den Schmerz und das Leid der Menschen.“ Die Franziskaner sollten daher voraussetzungslos für die Menschen da sein und an ihnen handeln. Über die Psalmen als Quelle gesunder und kraftvoller Spiritualität sprach Abt Otto Strohmaier. Der Abt des Stiftes St. Lambrecht bezeichnete die Psalmen als „Lebensmittel“. Man müsse die Psalmen „essen

   

und trinken“. Ohne sie leide man „spirituelle Magersucht“. Höhepunkt des zweitägigen Treffens war der Festgottesdienst in der Puppinger Klosterkirche. Zelebrant und Prediger war Abt Strohmaier. Den Primizsegen spendete der Neupriester Pater Markus Schlichthärle.
 

Klöster in Österreich und Südtirol.


Die neue Franziskanerprovinz Austria vom hl. Leopold in Österreich und Südtirol war aus der Tiroler und der Wiener Franziskanerprovinz hervorgegangen. Vor dieser Fusion war schon die

   
Südtiroler mit der Tiroler Provinz verbunden worden. Die Provinz umfasst heute über 140 Franziskaner, 25 Konvente, zwei Schulen und zwei Internate. Sitz des Provinzialates ist das Kloster in Salzburg.

(P. Gottfried Wegleitner OFM, 08-10-31)


 

Vom Floh bis zum Elefanten

Die Franziskaner feiern am 4. Oktober ihren Ordensgründer, den heiligen Franz von Assisi. In vielen Klöstern, wie in Maria Enzersdorf, segnen die Priester Tiere.

   
Am 4. Oktober feiert die Kirche den Gedenktag des heiligen Franz von Assisi. Am selben Tag ist auch Welttierschutztag. Das zeigt: Die Menschheit sieht und anerkennt, wie sehr der heilige Franziskus die Schöpfung liebte. Die Bewahrung der Schöpfung zählt auch heute zum wesentlichen Kern franziskanischer Spiritualität. Viele Franziskanerkonvente laden daher rund um den 4. Oktober zu Tiersegnungen.

Pater Thomas Lackner OFM, Guardian von Maria Enzersdorf, ist vielfach gefragter Experte für die theologische Frage nach dem Tier. Die Erzdiözese Wien leitet Anfragen zu Tieren an Pater Thomas weiter. „Eine häufig gestellte Frage ist, ob Tiere eine Seele besitzen.“ „Nein“, sagt der Maria Enzersdorfer Guardian, aber er betont den hohen Stellenwert des Tieres. Tiere seien nicht die Vollendung der Schöpfung Gottes, sondern der Mensch.

Erzählung vom Wolf
Eine Legende erzählt, dass Franziskus eines Tages in den Wald bei Gubbio ging, um den gefürchteten Wolf zu zähmen. Er nannte ihn seinen Bruder und versprach ihm, für die

  
tägliche Nahrung zu sorgen. Franziskus zähmte den Wolf, indem er sein Bedürfnis erkannte: zu fressen und den Hunger zu stillen und geachtet zu werden.

Die Vogelpredigt gehört zu den bekanntesten Franziskus-Erzählungen. Sie zeigt, dass Franz von Assisi die gesamte Schöpfung Gottes als eine Einheit begreift. Neben der Aufforderung zu sozialem und ökologischem Engagement ist es vor allem der Aufruf zum friedlichen Miteinander, für das Franz von Assisi steht.

Was Pater Thomas bei aller Tierliebe nicht vollziehen kann, sind Tierfriedhöfe. Hier käme das Tier schon anstelle des Menschen. Der Franziskaner sieht bei Tierhaltern das Bedürfnis, sich um jemanden zu kümmern. Darum würden sich gerade alleinstehende Menschen Hund oder Katze zulegen.

Gottesdienst in Maria Enzersdorf 

  
Bei der Tiersegnung gehe es vor allem um zwei Anliegen: Dass das Tier gesund bleibt und dass es dem Menschen Freude macht. So lädt Pater Thomas am Freitag, 3. Oktober, 15:00 Uhr, zum Gottesdienst nach Maria Enzersdorf in den Pilgerhof. „Vom Floh bis zum Elefanten. Alles darf mitgebracht werden. Auch Plüschtiere.“ Bei diesem Wortgottesdienst wird eine Lesung aus dem Buch Genesis vorgetragen, der „Sonnengesang“ des Franz von Assisi gelesen und über das Leben des Ordensgründer gesprochen. Dann haben die Gläubigen noch die Möglichkeit, ihre Tiere vorzustellen. „Das ist den Menschen ein Anliegen“, sagt Pater Thomas. Am Schluss folgt die Segnung. (Wolfgang Zarl, 08-09-25)