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Vor 20 Jahren wurde P. Liberat Weiß selig gesprochen

 

P. Liberat zählte zur österreichischen Franziskanerprovinz. Provinzial P. Schwarzl empfahl, besonderen Gottesdienst zu feiern.

   
Liberat Weiß wurde am 4. Jänner 1675 in Konnersreuth (Bayern) geboren. Im Alter von 18 Jahren trat er in den Orden der Franziskaner ein, in Graz wurde er eingekleidet. Er erhielt den Namen „Liberat“. 1698 empfing er in Wien von Kardinal Leopold Kolonitz die Priesterweihe. Als Prediger und Beichtvater wirkte er in Langenlois. Nachdem König Yasu von Äthiopien Papst Clemens XI. um Franziskanermissionare gebeten hatte, ging Pater Liberat 1703 freiwillig zur Missionierung nach Äthiopien. Aufgabe der Mission war, die geplante Vereinigung der äthiopischen Kirche mit der römisch-katholischen Kirche vorzubereiten. Der Reise nach Äthiopien ging die Anerkennung als Missionar durch den Vatikan im April 1704 voraus. Am 1. Januar 1705 brachen neun Missionare unter der Leitung von Pater Joseph von Jerusalem nach Äthiopien auf. Sie erreichten ihr Ziel nicht, weil die Reise wegen massiven Problemen mit König Bade, der die Missionare im Sudan jahrelang festhielt, verzögert wurde. Einige der Mönche, darunter auch Pater Joseph, waren im Sudan gestorben, die Überlebenden wurden ohne Hab und Gut von König Bade nach Ägypten abgeschoben. Liberat Weiß berichtete am 28. Dezember nach Rom, nur er und Pater Michael Pio hätten überlebt.

Zweiter Versuch

Im April 1711 startete Pater Liberat einen zweiten Versuch, nach Äthiopien zu gelangen, diesmal in Begleitung von Pater Michele Fasoli und Pater Samuele Marzorato. Ein Jahr später kamen die Mönche endlich in Äthiopien an, erst in der Hafenstadt Massaua und schließlich in der Hauptstadt Gondar.

Die politischen Verhältnisse hatten sich verändert. Kaiser Yasos war inzwischen durch seinen zweiten Nachfolger Justos abgelöst worden. Die Verhandlungen mit Justos verliefen anfänglich recht erfolgversprechend, da sich die Franziskaner ein zunehmend gutes Ansehen erarbeiteten. Er empfing die Franziskaner mit allen Ehren und erlaubte ihnen, sich niederzulassen. Sie durften zwar nicht öffentlich predigen, „damit das Volk

   
nicht in Aufruhr gerate“, aber durch gutes Beispiel, unentgeltliche ärztliche Dienste und künstlerische Arbeiten gewannen sie zunehmend an Ansehen. Jedoch gab es Gegner, die das Volk in Äthiopien mit Gerüchten über die Missionare aufwiegelten. Kaiser Justos sandte die Franziskaner deshalb in die Provinz Tigre, wo er sie vor dem Einfluss ihrer Gegner sicher glaubte. Daraufhin richtete sich der Zorn des Volkes gegen die Union und gegen den Kaiser, was in einer Revolution und der Absetzung des Kaisers gipfelte.

Die Missionare standen einem weiterhin wachsenden Misstrauen der Äthiopier gegenüber, was schließlich dazu führte, dass sie durch den neuen Kaiser, David III., vor Gericht gestellt wurden.

Zusammen mit seinen Gefährten, Pater Michele Pio Fasoli und Pater Samuele Marzorato, wurde Liberat Weiß zum Tode verurteilt. Nach dem Richterspruch bot ihnen Kaiser David die Begnadigung an: Wenn sie sich beschneiden ließen und an der äthiopischen Eucharistie teilnehmen würden. Die drei Mönche wiesen das Angebot entschlossen ab. Einen Tag später, am 3. März 1716, steinigte eine aufgebrachte Volksmenge die Männer.

1988 seliggesprochen

   
Die österreichischen Franziskaner bemühten sich ab 1926 um ein Seligsprechungsverfahren, 1932 wurde es in der Erzdiözese Wien eingeleitet. 1988 anerkannte die Kirche die drei Missionare als Märtyrer, was mit der Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. in Rom am 20. November 1988 offiziell bestätigt wurde. Als Vizepostulatur des Heiligsprechungsverfahren – das wegen eines fehlenden nachgewiesenen Wunders noch nicht eingeleitet ist - wirkt der Wiener Franziskanerpater Wolfgang Frühwirth.

Provinzial Pater Rupert Schwarzl OFM empfahl: „Es möge ein besonderer Gottesdienst mit den Gläubigen gefeiert werden, um den Seligen besser bekannt zu machen.“

(Wolfgang Zarl, 08-11-17)

 

Franziskaner und Stift Wilten laden zu Advent-SMS

Die traditionelle und kostenlose Aktion steht heuer im Zeichen des „Paulus-Jahres“, das Papst Benedikt XVI. ausgerufen hat.

 

   
Die Aktion „Advent-SMS 08" sendet ab 1. Dezember wieder täglich einen Gedanken aus der Bibel kostenlos auf das Handy. Heuer wird die Aktion zum achten Mal durchgeführt. Träger sind das Tiroler Prämonstratenser-Chorherrenstift Wilten und die Österreichische Franziskanerprovinz. Unterstützt wird die Aktion wieder von Skistar Doppel-Olympiasieger Benni Raich. 

„Paulus-Jahr“
Im Juni rief Papst Benedikt XVI. das „Paulus-Jahr“ aus. „Der Völkerapostel steht auch im Mittelpunkt der Aktion“, erzählen die Verantwortlichen, Pater Rupert Schwarzl, Provinzial der Franziskanerprovinz Austria, und Abt Raimund Schreier vom Prämonstratenser-Chorherrenstift Wilten. Die beiden Ordensoberen betonen: „Paulus hat die Botschaft von einem guten Gott in die Welt getragen. Mit ‚Advent-SMS 08’ versuchen wir, die Botschaft vom gütigen und barmherzigen Gott den Menschen zu verkünden.“


Positive Rückmeldungen
Auf die Aktion „Advent-SMS" gab es stets positive Rückmeldungen, berichten Abt

   
Schreier und Provinzial Schwarzl. Daher habe man sich wieder zur Durchführung der Aktion entschlossen. Im Vorjahr abonnierten 3000 Handy-Nutzer den Dienst. „Advent-SMS 08" sei eine Hilfe in der Einstimmung auf die wesentliche religiöse Botschaft des Weihnachtsfestes, so die Verantwortlichen.

Wie funktioniert es?
Wer ein tägliches Advent-SMS vom 1. bis 25. Dezember 2008 erhalten möchte, kann sich über das Internet ab 25. November hier anmelden. Die Angabe der Mobiltelefonnummer genügt. Nach der Anmeldung erhält der Handy-Besitzer ein Kontroll-SMS, das er retournieren muss, um den Bezug des Dienstes zu bestätigen. Die Zusendung erfolgt kostenlos.


(Wolfgang Zarl, 08-11-24)

 

 

Wie Franziskus Weihnachten feierte

Mit einer Weihachtsgeschichte wünschen die Franziskaner den Besuchern von franziskaner.at ein gesegnetes Fest.

   
Es war einmal ein junger Mann. Er hieß Franziskus und lebte in Umbrien im heutigen Italien. Francesco wollte leben wie Jesus. Er lebte daher arm. Hatte einen einfache Kutte an. Bettelte um Brot und predigte den Menschen von der Liebe Gottes.
Francesco hatte einen Freund. Johannes war ein Adeliger. Eines Tages, es war kurz vor Weihnachten, rief Francesco seinen Freund zu sich. „Du, lieber Johannes, ich möchte Weihnachten feiern, wie es damals in Bethlehem gewesen ist. Und du, lieber Freund, sollst mir dabei helfen.“ Johannes willigte ein. Und Francesco erteilte ihm einen Auftrag.

Heiliger Abend in Greccio

Es kam der Heilige Abend. Dunkelheit lag über dem kleinen Dorf namens Greccio. Hier im Wald, auf einer Lichtung, hat Johannes eine Krippe aus Holz aufgestellt. So hatte der Auftrag gelautet. Und hierher kommen Franziskus und mehrere seiner Brüder. Auch Leute aus dem Dorf marschieren hinauf zur Krippe. Kerzen und Fackeln tragen sie mit. Und als dann alle um die den Futtertrog herum stehen, erhellt ihr Licht die Nacht. Wie damals der Stern von Bethlehem die Nacht in seinen Glanz gehüllt hat.
   

Johannes bringt noch Heu herbei und legt es in die Krippe. Auch führt er einen Ochsen hinzu. Den stellt er zur einen Seite der Krippe. Und einen Esel zerrt er auf die andere Seite der Krippe. Francesco und seine Brüder stimmen frohe Weihnachtslieder an. Wie damals die Engel über der Krippe von Bethlehem jubilierten. Und die Leute singen kräftig mit.

Diakon Franziskus

Da beginnt der Priester, der mitgekommen ist, die Christmette zu feiern. Francesco steht neben dem Priester. Er ist Diakon und trägt eine Dalmatik, das Kleid des Diakons. Franziskus, der Diakon, liest das Evangelium vor. Nein, er liest es nicht vor, er singt das Evangelium. Singt von der Geburt Jesu im Bethlehem. „In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl.“ Seine Stimme ist feierlich und froh. Franziskus liest so lebendig, dass die Leute meinen, Jesus würde eben jetzt geboren werden.
Da hat ein Mann eine Vision. Er sieht ein lebloses Kind in der Krippe liegen. Er sieht, wie Franziskus herantritt und es aus dem Schlaf weckt. Wie der Jesusknabe froh lächelt. Gar nicht unzutreffend war diese Vision. Denn Jesus war damals in den Herzen vieler Menschen vergessen. Bis zu jenem Heiligen Abend, als Franziskus Weihnachten feierte im Wald von Greccio. (nach Celano)

 

"Nimm als Diakon Maß an Christus"

Bruder Helmut Glieder in Graz zum Diakon geweiht. Familie, Freunde und Mitbrüder feierten mit

 

Weihbischof Franz Lackner weihte am 8. Dezember 2008 Bruder Helmut Glieder zum Diakon. Die Feier fand in der Grazer Franziskanerkirche statt. In seiner Predigt appellierte Weihbischof Franz an den neuen Diakon: „Nimm als Diakon Maß an

 
Christus, der Mitleid mit den leidenden Menschen hatte. Bleibe immer, auch nach deiner Priesterweihe Diakon, der den Menschen, besonders den Not Leidenden dient.“

Studium in Graz 

Bruder Helmut (geb. 1964) stammt aus Graz-Mariatrost. Der gelernte Schlosser trat bereits im Jahr 1984 in den Franziskanerorden ein. Mehrere Jahre war er als Mesner in den Klöstern in Maria Enzersdorf und in Wien tätig. Ehe er sich entsch loss, Theologie zu studieren und Priester zu werden. Zur Zeit schließt Bruder Helmut sein Theologiestudium

   

an der Katholisch Theologischen Fakultät der Universität Graz ab. In den Orden eingetreten war Bruder Helmut Glieder zusammen mit Weihbischof Franz Lackner. Ihr gemeinsames Noviziatsjahr absolvierten beide in Reutte in Tirol – unter dem damaligen Novizenmeister und jetztigen Provinzial, Pater Rupert Schwarzl. Pater Franz Lackner ist seit mittlerweile sechs Jahren Weihbischof der Diözese Graz-Seckau. Eine Besonderheit: Bruder Helmut wurde somit von seinem Co-Novizen zum Diakon geweiht.

(P. Gottfried Wegleitner, 10-12-10)

 

Franziskaner-Kustos in Sorge um Christen in Gaza

Israel greift Ziele der radikal-islamischen „Hamas“ an, nachdem diese über Jahre tausende Raketen über die Grenze schoss.

    

   
Papst Benedikt XVI. sprach sich für ein umgehendes Ende der Kampfhandlungen im Gaza-Streifen aus. Israels Luftwaffe greift seit 27. Dezember Ziele in dem Küstenstreifen an, nachdem ein Waffenstillstand mit der radikal-islamischen „Hamas“-Bewegung ausgelaufen war. Seit 3. Jänner operieren israelische Bodentruppen in Gaza. Bei den Angriffen starben bereits fast 800 Palästinenser. In den letzten Jahren schossen extremistische Palästinenser tausende Raketen über die Grenze nach Israel und terrorisierten damit das Einzugsgebiet um Gaza.

Franziskaner-Kustos fordert zu engergsicher Vermittlung auf

Der Obere (Kustos) der Franziskaner im Heiligen Land, P. Pierbattista Pizzaballa, forderte die internationale Gemeinschaft zu energischer Vermittlung auf.

P. Pizzaballa äußerte seine Befürchtung, dass eine Lösung mit jedem Tag schwieriger wird, den sich die bewaffneten Auseinandersetzungen weiter hinziehen, "weil der Hass und der Rachedurst ständig zunehmen". Daher sei es wichtig, sofort zu einem Waffenstillstand zu kommen. Es sei zwar richtig, dass die internationale Gemeinschaft

   
Zeit brauche, aber "wenn es den entsprechenden Willen gibt, kann man Lösungen finden".

3000 Christen in Gaza

Die neue Gewalt im Nahen Osten mache den einheimischen Christen größte Sorge, sagte P. Pizzaballa. Rund 3000 Christen leben unter 1,5 Millionen Muslimen in dem Gebiet. Die Katholische Kirche unterhält eine Pfarre und eine Schule, auch andere Konfessionen sind präsent.

Auch wenn eine weitere Eskalation drohe, hoffe er auf den gesunden Menschenverstand, und auf eine Vermittlung zwischen den Parteien, sagte der Franziskaner-Kustos im Gespräch mit "Radio Vatikan". Das Problem des Friedens im Heiligen Land lasse sich nur mit einer entschiedenen und weitsichtigen Politik lösen.

 

Wahlkampfphase

"Wir befinden uns in einer Wahlkampfphase und alle müssen ihre Muskeln zeigen. Die Provokation der 'Hamas' lag auf der Hand. Leider sind wir mitten in einem Drehbuch, das schon oft zu geschrieben wurde", so der Franziskaner-Obere. Der internationalen Gemeinschaft komme dabei die Rolle zu, Druck auf beide Seiten auszuüben: "Ich hoffe, dass sie möglichst rasch und mit Kraft und Energie eingreift".

Gaza ist komplett abgeriegelt, alle Übergänge sind geschlossen. Deshalb beunruhige vor allem die humanitäre Situation, so Pizzaballa. Er steht im direkten Kontakt mit dem katholischen Pfarrer in Gaza und berichtet: Die Bevölkerung habe Überlebenswillen - trotz aller Kämpfe.

Derzeit laufen hektische internationale Bemühungen um ein Ende der Kampfhandlungen. Israel hat bereits Nothilfe für die Bevölkerung im Gaza-Streifen zugesagt.

 

Wolfgang Zarl