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Zu Weihnachten: Blick ins Heilige Land

Zu Weihnachten: Blick ins Heilige Land

Die Lage der Christen im Heiligen Land ist nicht rosig. Gerade zwei Prozent bekennen sich noch zum Christentum. Seit 1342 kümmern sich die Franziskaner um die Christen und um die heiligen Stätten im Heiligen Land. Für die Franziskaner-Kustodie arbeitet der deutsche Franziskanerpater Robert Jauch.

Pater Robert, Sie arbeiten für die Kustodie der Franziskaner im Heiligen Land. Was macht die Kustodie genau?

Ja, ich arbeite in Jerusalem, aber zunächst lebe ich mit den Mitbrüder dort. Unser Ordensgründer, der hl. Franziskus von Assisi, suchte die Fußspuren Jesu. Diese fand er in der Bibel und in dem Land, in dem Christus wirkte und schließlich gekreuzigt wurde und auferstanden ist: in Palästina/ Israel. Im Jahr 1342 beauftragte Papst Clemens VI. die Franziskaner, sich um die Pilgerstätten im Heiligen Land zu kümmern. Die Päpste haben diesen Wunsch und ihre Unterstützung dafür immer wieder bestätigt, zuletzt Benedikt XVI. Die Franziskaner pflegen also seit 700 Jahren eine wichtige und treue Präsenz im Heiligen Land. Sie kümmern sich dort um die Christen und um die heiligen Stätten der Christenheit. In diesem Dienst starb 1860 in Damaskus auch ein aus dem Zillertal stammender Franziskaner der Tiroler Ordensprovinz, der Selige P. Engelbert Kolland.

Wie sieht die Arbeit der Kustodie konkret aus?

Die Franziskaner betreiben neben der Sorge für die heiligen Stätten Pfarrseelsorge in Jerusalem, in Betlehem und in Nazareth und sind in Caritas und Wissenschaft engagiert. Der päpstliche Auftrag ist bei den Brüdern tief im Gedächtnis verwurzelt. Er gibt uns Kraft und motiviert uns bis heute. Die Kustodie lebt natürlich von der weltweiten Solidarität der Franziskanerbrüder durch die Kommissariate des Heiligen Landes, in fast allen Ordensprovinzen, z. B. in Wien, existieren. Nur so können wir etwa Alten- und Pflegeheime, wissenschaftliche Institute, Behinderten-Einrichtungen oder Schulen unterhalten. Ich bin überzeugt davon, dass der Beitrag der Kirche zur religiösen Kultur in Palästina und Israel erheblich ist. Daher verdient er Anerkennung, um die sich der Vatikan in Verhandlungen mit dem Staat Israel seit Jahren bemüht.

Die Christen bilden eine Minderheit in Palästina. Kommen sie durch den arabisch-israelischen Konflikt unter die Räder?

Nur knapp zwei Prozent der Menschen im Heiligen Land sind Christen. In den letzten Jahren hat es immer mehr Auswanderungen von Christen gegeben. Das ist aus Sicht der Betroffenen verständlich wegen der erschwerten Lebensumstände, bedingt durch die Auseinandersetzung der Palästinenser mit Israel, das noch immer der Stärkere ist. Es herrscht zudem für Christen ein doppelter Druck: hier die Bevormundung durch Israel, dort der Druck der Islamisten. Die Christen werden ja oft auch für einen Terrorismus bestraft, den sie selbst nicht mittragen.

Die wichtigsten christlichen Stätten werden von den verschiedenen Konfessionen gemeinsam betreut. Wie funktioniert das?

Die Franziskaner sind „die Lateiner“ im Sprachgebrauch unter den christlichen Konfessionen. Wir teilen uns im wesentlichen z. B. die Geburts- und Grabeskirche mit anderen Konfessionen, etwa den Griechen und den Armeniern . Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist das geregelt im sogenannten „Status quo“. Verständlicherweise wollen alle Christen mit ihren Gemeinschaften im Zentrum der christlichen Geschichte vertreten sein. Im Alltag funktioniert das Neben- und Miteinander zwischen den religiösen Gruppen recht gut. Hier ist Vielfalt auch als Bereicherung zu empfinden. Nirgendwo ist das so eindrucksvoll erlebbar wie in Jerusalem.

Danke für das Gespräch.

Das ganze Gespräch finden Sie in der nächsten Ausgabe der Franziskanerzeitschrift „antonius“. (Wolfgang Zarl, 07-12-20)

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Salzburger Franziskaner gedachten der Nazi-Opfer

Salzburger Franziskaner gedachten der Nazi-Opfer

Das Kloster in der Mozartstadt beschlagnahmte die Gestapo. Im Keller wurden Menschen gefoltert und ermordet.

Im März 2008 gedachte unser Land des 70. Jahrestages des deutschen Einmarsches und damit des Endes des selbständigen Österreich 1938. Am 13. März 2008 feierten die Ordensgemeinschaften in Salzburg Stadt und Land zu diesem Anlass einen Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes in der Salzburger Franziskanerkirche.

Viele bekannte und unbekannte Ordensleute und Priester wurden in der wohl größten Kirchenverfolgung in unserem Land eingekerkert, verschleppt und ermordet. Unzählige wurden in den folgenden Jahren in den Tod gerissen oder vertrieben. Unser Franziskanerkloster in Salzburg war eines der ersten Häuser, das den Nationalsozialisten zum Opfer fiel. Das Gebäude des Klosters war in der Zeit von 1938 bis 1945 das Hauptquartier der Gestapo (Geheime Staatspolizei) – im Keller wurden jahrelang Häftlinge verhört, gefoltert und exekutiert!

In den Ordensgemeinschaften sah das NS-Regime nicht nur ein Feindbild, sondern einen Hort äußerster staatspolitischer Gefährdung. Deshalb wurde in einer Geheimsitzung des SD (Sicherheitsdienstes) der Salzburger „Klostersturm“ angekündigt, mit dem denkwürdigen Ausspruch: „Die Orden sind der militante Arm der katholischen Kirche. Deren Einfluss muss daher vernichtet werden.“

So lief Enteignung ab

Am 13. Oktober 1938 verlangte die Gestapo die vollständige Räumung des dritten Stockwerks bis 18 Uhr. Um dem Befehl nachkommen zu können, wurden einfach nicht weiter brauchbare Kleinmöbel u.ä. in den Klostergarten geworfen. Die Gestapo nahm tags darauf diesen sog. "Salzburger Fenstersturz" zum Anlass, die beteiligten 16 Franziskaner unter Einsatz der SS zu verhaften. Die übrigen nicht in Haft befindlichen Ordensangehörigen fanden zunächst in der benachbarten Erzabtei St. Peter Zuflucht. Am 1. April 1939 zog die Gestapo nach Abriss der Gartenmauer in das Kloster ein.

Nach der Befreiung 1945 durften die Franziskaner wieder in ihr Kloster, allerdings räumlich eingeschränkt.

Gerade die Tätigkeit der Orden in den wesentlichen Bereichen der menschlichen Gesellschaft (Ausbildung und Erziehung der Jugend durch Schulen und Internate, Kranken- und Altenpflege, „Volksmission“ etc.) war „verderblich“, widersprach der Ideologie des Nationalsozialismus und musste daher „raschest ausgeschalten“ werden. Denn Salzburg sollte der „Mustergau“ werden.

Die Gedenkfeier

Der Heiligen Messe am 13. März stand Salzburgs ehemaliger Guardian, P. Thomas Hrastnik OFM vor. Für den Gottesdienst und das Gedenken danach wurden in den Kirchenbänken 24 Poster für die verfolgten Männer- und Frauen-Orden mit Hinweis auf die Zeit und Art der Verfolgung angebracht. Ebenso vier prägnante Tafeln im Kapellenkranz der Kirche, auf denen KZ- und Kriegsopfer des Klerus, der Ordenskampf gegen die Euthanasie und die unbekannten Opfer dargestellt wurden.

Die Erinnerung an und die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ist keine rein historische Beschäftigung. Sie hat uns alle wachsam zu machen, wenn heute Menschen degradiert werden. Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer schreibt in seinem neuen Jägerstätter-Buch: „Selbst in reichen Gesellschaften kann morgen jeder von uns überflüssig werden. Wohin mit ihm?“
(P. Thomas Hrastnik OFM, Salzburg, 08-04-24)

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Entwicklungshilfe heute: Straßenbau in Bolivien

Entwicklungshilfe heute: Straßenbau in Bolivien

O.S.K.A.R. heißt ein Projekt der Franziskaner in Bolivien.
Seit 30 Jahren werden Straßen und Brücken gebaut.

Die Franziskaner führen dieses Projekt zu Gunsten der Bevölkerung von Bolivien. Damit die Bauern ihre Produkte an den Handel bringen können, muss die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. Im besonderem braucht es dazu Straßen. Aus ihrer pastoral sozialen Erfahrung heraus haben die Franziskaner vor 30 Jahren das Projekt O.S.C.A.R ins Leben gerufen und führen es nun all die Jahre.

Studenten aus allen Teilen Boliviens machen dabei mit. Sie werden, aber erst nach Abschluss des Gymnasiums, aufgenommen, und die Regierung rechnet es als Ersatz für den Wehrdienst an. Im Baulager selbst wird neben der Arbeit Universitätsunterricht erteilt. Im besonderem sind diese Studenten Kandidaten für Priester- und Ordensberufe.

Neben dem besagten Straßen- und Brückenbau gilt es auch, mit und für die Menschen vor Ort Schulen und Minikrankenstationen zu bauen. Darüber besteht ein Gesundheits-, ein Erziehungs- und ein AGRO-Ökologisches Programm. Die Vielfältigkeit im Aufgabenbereich des Projektes spiegelt sich auch in der Tätigkeit der Studenten. Von der Küchenarbeit über die Backstube hin in die Wäscherei und zur Maschinenwartung im Baulager. Zur Ausbildung gehört auch noch die Arbeit in der Baumschule, die Erzeugung von Naturheilmitteln, Erste Hilfekurse bis hin zu Gesundheitspromotoren oder als Mechaniker.

Ziel dieses Missionsprojekts der Franziskaner: Junge Menschen sollen lernen, gesellschaftliche Missstände nicht nur zu kritisieren, sondern etwas Positives leisten und dadurch Abhilfe schaffen. Finanziell getragen wird dieses Projekt von verschiedenen staatlichen und kirchlichen Hilfsstellen. Fr. Florenz Graf ofm

Nähere Information zu diesem Projekt über das Missionssekretariat der Franziskaner in Schwaz: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Orgeleinweihung in Jerusalem durch Weihbischof Lackner

Orgeleinweihung in Jerusalem durch Weihbischof Lackner

Fr. Stanislaus Bertagnolli OFM vom Generalkommissariat für das Heilige Land in Wien hat unermüdlich für dieses Projekt in der Sankt Salvator Kirche gearbeitet.

Die feierliche Einweihung der neuen Orgel in der römisch-katholischen Pfarrkirche Sankt Salvator in Jerusalem wurde am Abend des 18. April 2008 ein Fest der gelebten Verbundenheit zwischen Österreich und den Brüdern und Schwestern der Kirche im Heiligen Land.

Damit aus heiligen Stätten keine „toten Steine“ werden

Die Nachfolger der Urgemeinde von Jerusalem waren seit den Anfängen in den nachösterlichen Tagen bis heute immer auf die Hilfe der weltweiten Katholischen Kirche angewiesen. Seit einigen Jahren verschärft sich die Problematik der Kirche im Heiligen Land dadurch, dass die arabischen Christen in Israel und Palästina ihrer schwierigen Lebens- und Arbeitssituation entfliehen und vermehrt ihr Glück in Europa oder Amerika suchen. Die Gefahr bestehe, so betonte auch Papst Benedikt XVI. mehrfach, dass die heiligen Stätten der Christenheit in Israel/Palästina zu „toten Steinen“ verkommen, wenn keine christlichen Gemeinden an ihnen mehr existieren sollten.

Orgelprojekt ein mutiger Schritt

In dieser Situation war es mutig und ein in die Zukunft weisendes Zeichen, dass die Kustodie des Heiligen Landes der Franziskaner eine neue Orgel in der Pfarrkirche Jerusalems, die zugleich Hauptkirche der Franziskaner für den gesamten Nahen Osten ist, in Auftrag gab. Die alte Orgel stammte aus dem Jahre 1880 und war mehrfach, auch durch eigene orgelbaukundige Mitbrüder, restauriert worden.

Nicht zuletzt für die Bedürfnisse der inzwischen zehn Jahre alten Musikschule „Magnificat“ der Franziskaner in Jerusalem war eine neue Orgel erforderlich. Immerhin unterrichtet nicht zuletzt der Initiator und Gründer der Schule, P. Armando Pierucci OFM, selbst an der Orgel und hat bereits Meisterschüler. Und so hatte P. Kustos Pierbattista Pizzaballa OFM vor gut drei Jahren einen erneuten Hilferuf an das Generalkommissariat des Heiligen Landes in Wien und dessen Leiter Fr. Stanislaus Bertagnolli OFM gerichtet. 25 Jahre war es her, dass das Generalkommissariat in Wien und österreichische Wohltäter die grundlegende Sanierung und Erweiterung der Orgel in der Heilig-Grab-Kirche finanziert hatten. Damals war Franz Kardinal König zur Einweihung ins Zentrum der Christenheit gekommen. Das Unternehmen Rieger von Vorarlberg wurde nach der Orgel der Grabeskirche und der in der Katharinenkirche in Betlehem auch für Sankt Salvator als Restaurator ausgewählt.

Schwierige Vorbereitungen

Nach schwierigen Vorbereitungen (die gesamte Orgel musste mühsam nach Haifa verschifft und von dort in die Altstadt Jerusalems angeliefert werden) konnte das Instrument im ersten Quartal 2008 aufgestellt und intoniert werden.

Die feierliche Einweihung durch Weihbischof Franz Lackner OFM aus der Diözese Graz-Seckau geschah in Anwesenheit einer Pilgergruppe der deutschen Franziskanerprovinzen unter Leitung des deutschen Kommissars P. Werner Mertens OfM und vor allem vor über 100 österreichischen Pilgern, die Fr. Stanislaus selbst anführte. Mit ihnen war auch P. Gottfried Wegleitner OFM, Vikar der Ordensprovinz Austria, gekommen.

Der italienische Orgelsolist Pierluigi Comparin spielte zur Einweihung die neue Orgel und brachte vor vollbesetzter Kirche eindrucksvoll zu Gehör, was „in ihr steckt“. Auf der Blockflöte begleitete ihn der Flötist Stefano Casaccia. Mit dabei war auch der „Magnificat“-Chor der Kustodie des Heiligen Landes unter der Leitung von Hania Soudah Sabbara.

Viel Applaus für P. Stanislaus

P. Kustos dankte zu Beginn der liturgischen Feier den vor allem den aus Österreich kommenden Wohltätern und der Firma Rieger für das wunderbare Instrument, das ohne Zweifel das gegenwärtig beste in Jerusalem ist. Weihbischof Franz Lackner wurde bei seinen liturgischen Handlungen rund um das Weihegebet für die neue Orgel von zwei Diakonen assistiert; einer von ihnen war Fr. Stanislaus Bertganolli OFM selbst, der für seine unermüdliche Hilfestellung mit seinen großzügign Spendern langanhaltenden Beifall der gesamten Festgemeinde erhielt.
(P. Robert Jauch OFM, Jerusalem, 08-04-24)

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Papstbesuch: Franziskaner im Heiligen Land

Papstbesuch: Franziskaner im Heiligen Land

Viele der christlichen Stätten im Heiligen Land betreuen die Franziskaner. Den Dienst am Heiligen Grab übernahmen die Brüder des heiligen Franz von Assisi vor beinahe 700 Jahren.

Dies war die erste Niederlassung, weitere folgten.
Der erste Franziskaner, der ins Heilige Land reiste, war - wenn man das so sagen kann - Franziskus selbst. Auf einem Kreuzfahrerschiff gelangte Franziskus nach Ägypten. Während eines Waffenstillstandes zwischen dem muslimischen und dem christlichen Heer gelingt es Franziskus, zu Sultan El-Kamil vorgelassen zu werden. Der Sultan soll den christlichen Gast freundlich aufgenommen und mit ihm ein Gespräch über den Glauben geführt haben. Eine Bekehrung des Sultans - wie es die Absicht des Heiligen war - gelingt freilich nicht. Dennoch darf man von einem beachtenswerten Unternehmen sprechen: In Jahren der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen christlichen Kreuzfahrern und Muslimen sucht Franziskus das Gespräch, den Dialog zwischen den Religionen.

Den Missionaren in seinem Orden gibt Franziskus die Order mit auf den Weg, "dass sie weder Zank noch Streit beginnen," sondern sich den Menschen vor Ort untertänig erweisen sollen. So steht es in der Ordensregel. Keine Zwangsbekehrungen also, sondern mit den Leuten ins Gespräch kommen über Fragen des Glaubens und ihnen von Gottes Liebe Zeugnis geben.

Bedeutung heute

Heute betreuen die Franziskaner im Heiligen Land eine Reihe von Einrichtungen: Pfarren, soziale Projekte und Wallfahrtsstätten wie zum Beispiel hier in Nazareth und das Hl. Grab in Jerusalem. Dazu kommen noch eine Hochschule und ein Verlag. Der Obere aller franziskanischen Einrichtungen im Heiligen Land ist Custos Pater Giovanni Battistelli (Foto). Da der Franziskanerorden im Hl. Land eine wichtige Rolle spielt, kann auch der Custos, Pater Battistelli, als eine der wichtigen christlichen Autoritäten des Landes bezeichnet.

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