Nachrichtenarchiv

Come on and celebrate

Come on and celebrate

Im Zeichen des Feierns und der Begegnung standen die franziskanische Jugendfeste im Herbst. Franziskusfeste fanden in Vöcklabruck, Graz und Maria Enzersdorf statt.

Über 200 junge Menschen, franziskanischen Schwestern und Brüdern aus einer Reihe von Gemeinschaften kamen zum Franziskusfest am 30. September und 1. Oktober nach Vöcklabruck in Oberösterreich. Im Mittelpunkt der Workshops stand das Thema: "Come on and celebrate! Wir feiern unseren Glauben!" Dem Motto des Festes entsprechend feierlich waren das Abendlob und das Morgengebet gestaltet. Den Höhepunkt des Feiern bildete der Sonntagsgottesdienst. Hier stellte Josef Ahammer, Generalvikar der Diözese Linz, seine eigene Sicht des heiligen Franziskus vor. Er ermutigte die Teilnehmer, "wie der Arme aus Assisi sensibel für den Anruf Christi zu sein."

Eine Woche später fand das Franziskusfest in Graz statt. "Aus der Begegnung heraus leben", war das Thema des Wochenendes im Franziskanerkloster, das 40 Jugendliche, Schwestern und Brüder miteinander erlebten. In den Workshops stand Franziskus im Mittelpunkt als einer, der eine tiefe Begegnung mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit Gott erfahren hat dürfen.

Nachtgebet bei Schwestern Klarissen

Den Abschluss in der Reihe der Franziskusfeste stellte das Fest in Maria Enzersdorf in Niederösterreich eine Woche darauf dar; hier fand das Fest zum ersten Mal statt. Stimmungsvoll präsentierte sich die Nacht: In einem Fackelzug zogen die jungen Teilnehmer, die Ordensschwestern und die Ordensbrüder in das Kloster der Schwestern Klarissen zum mitternächtlichen Gebet. Schon schlaftrunken stimmten die jungen Gläubigen mit den Klarissen, die ein bewusstes Leben des Gebetes führen, den Lobpreis Gottes an. Eine ungewöhnliche und doch erhebende Erfahrung!

(bgw 10-2000)

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Franziskus - ein weihnachtlicher Mann, aber kein Weihnachtsmann

Franziskus - ein weihnachtlicher Mann,
aber kein Weihnachtsmann

Franz von Assisi zählt zu den großen Mystikern. Wesentlich bestimmt war seine Mystik vom Weihnachtsgeschehen. Das Geheimnis der Menschwerdung Gottes erfüllte sein Leben.

Franziskus holte Jesus in das Bewusstsein der Gläubigen seiner Zeit. Von Weihnachten sagte Franz: "Dies ist das Fest aller Feste, weil an ihm Gott ein kleines Kind geworden ist und an den Brüsten einer Mutter gesogen hat." - So berichtet der Biograph Thomas von Celano über den Heiligen.

Im Jahre 1223 hielt Franziskus in Greccio, ca. 60 km südlich von Assisi, eine Krippenfeier; die erste ihrer Art in der Geschichte der Kirche. Er sagte: "Ich möchte das Gedächtnis an jenes Kind begehen, das in Betlehem geboren wurde, und ich möchte die bittere Not, die es zu leiden hatte, wie es in eine Krippe gelegt, an der Ochs und Esel standen, und wie es auf Heu gebettet wurde, so greifbar als möglich mit leiblichen Augen schauen." Franziskus lässt alles Nötige herbeischaffen: Tiere, Heu, eine Krippe. Als Diakon singt er das Evangelium. Anschließend predigt er von der Geburt des armen Königs und bricht in lieblichen Lobpreis aus über die kleine Stadt Betlehem und das Wunder in ihr. Sooft er den Namen "Jesus" ausspricht, leckt er mit der Zunge seine Lippen, um die Süßigkeit dieses Namens zu verkosten.

Der Funke dieses Glaubens springt über: "Ein Mann sah ein lebloses Kind in der Krippe, das Franz aus tiefem Schlaf erweckte. So erweckte er den Glauben und die Hingabe an dieses Kind in den Herzen."

Weihnachten und Eucharistie

Das Kommen Gottes als Mensch bleibt für Franz von Assisi nicht auf den Weihnachtstag beschränkt. Das Kommen Gottes ereignet sich im ganzen irdischen Leben Jesu. Und es ereignet sich weiter in der Kirche, in ihren Priestern, im geistlichen Wachstum der Gläubigen und vor allem in der Feier der Eucharistie. Die Inkarnation Gottes setzt sich in der Konsekration bei der Eucharistiefeier fort.
Franziskus gehört - wie ich meine - auch zu den Figuren an der Krippe. Mit ihm kann man Weihnachten noch tiefer, konkreter und gläubiger erleben. Seine Ergriffenheit von diesem Fest kann uns noch heute erfassen und mit innerer Freude zum Fest beschenken.

Pater Wolfgang Frühwirth, Wien (12-2000)
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"Als Ordensfrau bewusst Frau sein."

"Als Ordensfrau bewusst Frau sein."

Für die Hartmannschwestern gehört die Liebe zum Lebensprogramm, denn die Gemeinschaft trägt den offiziellen Namen "Franziskanerinnen von der christlichen Liebe." Schwester Dr. Edith Beinhauer erzählt aus ihrem Leben als Ordensfrau.

Die Hartmannschwestern wurden zur Pflege von Kranken ins Leben gerufen. Wie schaut der Dienst konkret aus, den die Schwestern den Menschen erweisen?

Im 19. Jahrhundert lag die Pflege von Kranken weitgehend danieder. Vielen Pflegern fehlte die Ausbildung und vor allem die Motivation für ihre Aufgabe. An einem Wiener Krankenhaus schlossen sich daher Krankenschwestern zusammen, die aus ihrer christlichen Überzeugung heraus den Menschen dienen und ein Leben als geistliche Schwestern führen wollten. Offiziell gegründet wurde unsere Gemeinschaft 1857 im Wiedener Bezirksspital. Die Schwestern widmeten sich von nun an der Krankenpflege in verschiedenen Krankenhäusern. Bald haben die Schwestern zwei Häuser in der Hartmanngasse im fünften Wiener Gemeindebezirk erworben und begonnen, diese in ein Spital umzugestalten. Hier sollten Kranke, egal aus welchen sozialen Schichten sie kamen, Betreuung finden.

Anfangs war im Krankenhaus Platz für vier Patienten. Heute zählt das Hartmannspital 170 Betten. Über unser Mutterhaus hinaus betreuen heute die Schwestern unserer Ordensgemeinschaft in Österreich auch Altenheime und Kindergärten. Weitere sechs Niederlassungen haben wir in Argentinien und Paraguay. Jedes dieser Häuser führt eine kleine Ambulanz zur medizinischen Hilfe der Bevölkerung. Für ihren Dienst werden die Schwestern von den Menschen in Südamerika sehr geschätzt. Die Chauffeure in Buenos Aires nehmen als Ausdruck ihrer Hochachtung die Schwestern gratis im Linienbus mit.

Vor drei Jahren hat Papst Johannes Paul II. Schwester Restituta Kafka, die zu Ihrer Kongregation gehörte, seliggesprochen. Mittlerweile hat es die neue Selige zu einer großen Popularität gebracht.

Schwester Restituta war eine bodenständige und bei den Patienten und Mitarbeitern im Spital äußerst beliebte Schwester. Als sie sich weigerte, die Kruzifixe im Spital in Mödling abzunehmen, wurde sie verhaftet und vom NS-Regime zum Tod verurteilt. Am 30. März 1943 wurde sie hingerichtet.

Im Oktober ist in Wien der Platz neben dem Millennium-Tower, dem höchsten Gebäude der Stadt, und der U-Bahn-Station Handelskai nach ihr benannt worden. Der "Maria-Restituta-Platz" liegt in der Brigittenau, in jenem Stadtteil, in dem Schwester Restituta aufgewachsen ist. Hier hat sie mit ihrer Familie als tschechische Einwanderer das Elend der Zuwanderer erfahren. Hier ist aber auch ihre Berufung gewachsen, Ordensschwester zu werden und sich für Schwache und Ausgegrenzte einzusetzen. Heute geschehen in der Brigittenau viele soziale Initiativen. Die Politiker sind hier sehr engagiert. Somit ergibt sich eine Parallele zum Einsatz der Schwester Restituta, die den Menschen unabhängig von seiner Herkunft und Ideologie geschätzt hat. Mit ihrem Einsatz ist Restituta zur Brückenbauerin geworden. Das macht die Selige heute, in einer Zeit der Entsolidarisierung, zu einem leuchtenden Beispiel dafür, dass es auch anders gehen kann.

Diskutiert wird die Frage der Stellung der Frau in der Kirche. Was meinen Sie dazu?

Auf dieses Thema wurde früher weniger, vielleicht zu wenig Wert gelegt. Im allgemeinen machen wir in der Kirche gute Erfahrungen; zu einzelnen kirchlichen Stellen haben wir als Frauen allerdings einen schwereren Zugang.
Als Ordensfrau dürfen wir bewusst Frau sein. Frau und Mann haben ihre je spezifischen Begabungen. Eine einander ergänzende Zusammenarbeit zwischen beiden wäre wünschenswert in der Kirche. Von daher bin ich grundsätzlich auch für die Einführung des Diakonats für Frauen, weil dieses eine Bereicherung für die Kirche wäre.

Ich danke für das Gespräch.
Br. Gottfried Wegleitner, Gespräch am 15. November 2000

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Weihnachtsfest mit den Obdachlosen

Weihnachtsfest mit den Obdachlosen

Am Vormittag des 24. Dezembers laden die Franziskaner in Salzburg Obdachlose zu einer weihnachtlichen Feier ein. Bruder Beda Puchinger ist verantwortlich für die Hilfe, die den Armen in der Stadt das ganze Jahr über geleistet wird. Er berichtet über seine Erfahrungen:

Herr Willi verteilt als Santa Claus die Geschenke. (1999)

Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich in Salzburg mit den Obdachlosen. Dabei habe ich vielfach ihre Ängste, Nöte und Sorgen kennengelernt. Die meisten von ihnen leben in ärmsten Verhältnissen. Vereinzelt finden sich immer wieder welche, die nicht einmal das Nötigste zum Leben haben. Solchen Menschen versuche ich zu helfen, indem ich sie im Kloster aufnehme und ihnen das Nötigste zum Leben gebe. Was aber für mich noch wichtiger ist, dass sie bei uns Franziskanern Wärme, Angenommensein und ein Zuhause finden.

Nach langer Zeit das erste Lächeln

Einer von den Armen hatte eine unglaublich schwere Zeit hinter sich. Soweit es uns möglich war, haben wir versucht ihm zu helfen. Für mich war das schönste Geschenk, als ich ihn nach langer Zeit erstmals lächeln sah; wie schön ein Lächeln sein kann!
Durch die Obdachlosen habe ich die Armut kennengelernt; Armut, die so viele Gesichter haben kann. Mir ist dabei immer wieder aufgefallen, dass arme, obdachlose Menschen sehr offen sind. Sie sind sehr dankbar auch für die kleinen und die unscheinbaren Dinge des Lebens.

Bruder Beda Puchinger, Salzburg (12-2000)

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Ordenskongress zu Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfung

Ordenskongress zu Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfung

Unter dem Leitwort "Geführt vom heiligen Geist – Instrumente des Friedens" fand in Vossenack, Deutschland, vom 1. bis 13. Oktober 2000 der 1. Internationale Kongress des
TeilnehmerInnen am Kongress

Franziskanerordens für "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" statt. Mehr als 100 FranziskanerInnen aus allen Teilen der Welt trafen zusammen, um sich zum ersten Mal im weltweiten Rahmen über den Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Schöpfung auszutauschen. Die erste Woche galt den theoretischen Grundlagen der Arbeit für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfung. Praktische Fragen und konkrete Zeugnisse bildeten den Schwerpunkt der zweiten Woche.

Achtung der Schöpfung
In ihrem Brief an alle Brüder schreiben die Kongress-Teilnehmer u.a.: "Unsere Vision ist die einer nachhaltigen Gesellschaft, in der die ganze Schöpfung Gottes geachtet wird und ein Leben in Würde für alle gesichert ist. ... Wir empfehlen nachdrücklich die Einrichtung von kleinen integrierten Fraternitäten in armen Gebieten; ... Wir spüren die Dringlichkeit einer konkreten Umsetzung unseres Minderseins durch gerechtes Handeln und einfachen Lebensstil. Auf allen Ebenen des Ordens sollte unverzüglich ein Prozess des Nachdenkens über ethisch vertretbare Investitionen und Vermögen eingeleitet werden."
(bgw, 1-2001)

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