Wiens älteste Orgel pfeift aus letzten Loch
Warum die Wöckherl-Orgel aus 1642 in der Franziskanerkirche
ein Zeichen der Hoffnung ist.

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) war schlimm. Verursacht durch religiöse Streitereien, vielmehr aber durch handfeste politische Gründe wüteten ab 1618 über ganz Europa erbitterte Kämpfe. Unsägliches Leid brach über die Bevölkerung herein. Und trotz allem eine Zeit, in der – so möchte ich sagen – Hoffnungszeichen gesetzt wurden.
Hoffnungszeichen
Eines dieser Hoffnungszeichen, das in der Stadt Wien gesetzt wurde, war die Wöckherl-Orgel. Genau in die Zeit der Not und des Krieges fällt die Errichtung der Orgel in der Franziskanerkirche. Der Orgelbauer Johannes Wöckherl erbaut das Instrument im Chor der Kirche. Die Wohltäter, die das Projekt erst ermöglichten, waren der Direktor der kaiserlichen Post, Maximilian Pichler, und der Kapellmeister des Stephansdomes, Johann Wünsauer. 1642 war das Instrument fertig gestellt. Die Wöckherl-Orgel erklang als ein Zeichen der Hoffnung in einer friedlosen Zeit.
Heute, Jahrhunderte nach ihrer Errichtung, pfeift Wiens älteste Orgel aus dem letzten Loch. Wir Franziskaner wollen die Wöckherl-Orgel wieder zum Klingen bringen. Das Projekt ist riesig: Es umfasst die Restaurierung der Wöckherl-Orgel, die Freilegung der einmaligen
Renaissance-Fresken im Chor und die Sanierung der Leinwand des Altares. Trotz Wirtschaftskrise hat sich der Wiener Konvent entschlossen: Nein, wir wollen nicht, dass alles den Bach hinuntergeht. Ja, wir wollen ein Denkmal retten.
Die Franziskaner fühlen sich der Musikstadt Wien verpflichtet. Und wir wollen den nächsten Generationen etwas vererben: nämlich Kunst und Kultur und die Möglichkeit, würdige Gottesdienste zu feiern.
Die Gesamtkosten betragen 1,15 Millionen Euro. Positiv ist, dass ein Großteil der Finanzierung bereits gesichert ist. Allerdings fehlen uns noch € 150.000,--. Ich möchte Sie bitten: Helfen Sie uns, um Wiens älteste Orgel wieder zum Klingen zu bringen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist Optimismus Setzen Sie mit uns in einer Zeit der Krise ein Zeichen der Hoffnung.
Ihr Pater Gottfried Wegleitner OFM
Guardian