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Ewige Profess

Provinzial P. Oliver Ruggenthaler hat Br. Konrad Wiesinger das endgültige Ordensgelübde abgenommen.
 
Br. Konrad Wiesinger (Fotos: Franziskaner/Emmanuel-Maria Fitz)Nach Br. Mathias Müller (8. September in Näfels/CH) ist dies schon die zweite Feierliche Profess, die die Mitbrüder in Österreich und der Schweiz heuer feiern. 
 
Seil des Lebens
Für die Menschen sei der Strick das charakteristische Merkmal der Franziskaner, erklärte P. Oliver in seiner Homilie in Graz. Ein solches Seil sei einmal mehr und einmal weniger gespannt. Der gespannte Strick könne auch den spannenden Lebensweg symbolisieren, den ein Franziskaner beschreite. "Der Herr, der Dich, Konrad, herausgerufen hat, begleite Dich auf diesem Weg", sagte P. Oliver und bewegte damit nicht nur Br. Konrads Eltern, Gabriele und Alfred, zu sichtlicher Rührung. "Wir haben eine große Freude. Ja, ich würde schon sagen: Wir sind richtig stolz", so Mutter Gabriele im Anschluß an die Feier.
 
Gelübde
"Die 3 Knoten im Strick stehen für die 3 Evangelischen Räte Gehorsam, ehelose Keuschheit und Armut", erläuterte P. Oliver in seiner Homilie. Gehorsam Gott gegenüber bedeute in ein "dialogisches Hinhören" treten: "Du sagst zu Gott, dass er Dich haben kann". Ehelose Keuschheit meine, in der Liebe Gottes zu bleiben. Sie bringe den persönlichen Dialog mit Gott zu einer neuen Qualität. "Wenn wir in dieser Liebe Gottes bleiben, sind wir nicht mehr Knechte, sondern Freunde Gottes", erklärte P. Oliver. Und Armut sei letztlich mehr als die Frage nach einem einfachen Lebensstil. Kein Hauskapitel könne die Armut etwa über die Frage nach einem kleineren oder größeren Auto definieren, strich der Provinzial heraus und meinte: "Armut ist mehr als das. Armut ist eine Haltung. Dieses Arm-Sein wie Jesus oder auch wie Franziskus bedeutet völliges Frei-Sein für den Dialog mit Gott".
 
Biografie
Br. Konrad wurde am 16. Juli 1990 geboren und auf den Namen Thomas getauft. Er stammt aus Dimbach im Mühlviertel (OÖ). 2010 trat er in den Orden ein und nahm bei seiner Einkleidung 2011 den Ordensnamen Konrad (von Parzheim) an. Während seiner Junioratszeit in Graz wurde Br. Konrad zum Pflegehelfer ausgebildet und arbeitete in den vergangenen Jahren im Krankenhaus der Elisabethinen in Graz. Außerdem lebte er ein knappes Jahr bei den Mitbrüdern in Indien. 
 
Aufgaben
Mit dem Ablegen der Profess verabschiedete sich Br. Konrad gleichzeitig auch aus Graz. Er zieht nun nach Hall in Tirol und wird im örtlichen Krankenhaus der Tertiarschwestern seinen Beruf ausüben, der zugleich auch seine Berufung ist: Den Kranken, Schwachen und Alten in unserer Welt nahe sein. "Wir freuen uns, dass die Steiermark nicht nur Bischöfe nach Tirol `exportiert´, sondern wir auch Mitbrüder hinterherschicken", so P. Oliver.
Gruppenfoto mit franziskanischen Mitbrüdern und Festgästen

(19-10-1017 / Br. Moritz Windegger / red.)