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Provinzkapitel eröffnet

Seit Sonntagabend tagt im oberösterreichischen Puchberg das Provinzkapitel der Franziskaner in Österreich.
 
Fotos: Franziskaner/Br. BedaBei dem Ordenstreffen wird Bilanz über die vergangenen sechs Jahre gezogen und mit der Wahl eines neuen Provinzoberen (Donnerstag) die Weichen für die Zukunft gestellt. "Ich wünsche uns allen den Mut, alte Grenzen noch mehr zu überwinden", sagte am Montag P. Oliver Ruggenthaler zum Abschluss seiner sechsjährigen Amtszeit. Zuvor hatte Generalvisitator, P. Roger Marchal, die Lage der Franziskaner in Österreich und Südtirol beschrieben.
 
Provinz
In 19 Niederlassungen in acht der neun österreichischen Bundesländer (inklusive der drei Niederlassungen in Südtirol) leben heute 125 Brüder. Drei davon sind jünger als 30 Jahre und 25 älter als 80. Das berichtete Generalvisitator P. Roger Marchal in seinem Bericht. Im Namen des Generalministers der Franziskaner, P. Michael Perry, hat P. Roger in den vergangenen Monaten die Mitbrüder besucht und mit ihnen gesprochen.
 
Agenda
Die 62 Brüder beraten aktuell bis Freitag über die Zukunft der Franziskaner. Am Donnerstag wählen sie Provinzial und Provinzleitung (Definitorium).
 
Laudato si' 
Am ersten vollen Kapiteltag hielt der bekannte Theologe und Wissenschafter P. Leonhard Lehmann OFMCap den Franziskanern einen einführenden Vortrag zum Thema "Armut und Gebet". Dabei unterstrich er zwei Merkmale, welche eine franziskanische Lebensgemeinschaft seit den Gründungstagen kennzeichneten: das Eingeständnis und die Aufarbeitung von persönlicher Schuld im Umgang miteinander sowie das Leben in freiwillig gewählter Armut und Besitzlosigkeit.
 
Bericht
Ebenfalls am Montag hat P. Roger Marchal seinen Visitationsbericht vorgelegt. Im Namen des Generalministers hat P. Roger 125 Brüder in 19 Niederlassungen in Österreich (inkl. Südtirol) und 24 Brüder in den vier Niederlassungen in der Schweiz besucht. P. Roger benannte Stärken und Schwächen der hier lebenden Franziskaner-Gemeinschaft. Sein Fazit: "Ihr lebt vieles wirklich im Geist des hl. Franziskus und in Liebe zur Kirche. Es gibt Mut und Begeisterung. Das ist eine Chance."
 
Bilanz
Auch der bisherige Provinzialminister, P. Oliver Ruggenthaler, zog am Montag ein Fazit über seine sechsjährige Amtszeit. Nüchtern, aber betont optimistisch beschrieb er die Umstrukturierung der seit 10 Jahren bestehenden Provinz der Franziskaner in Österreich und Südtirol. Selbst schmerzhafte Erlebnisse wie etwaige Austritte oder vor allem Auflassungen von zu groß gewordenen Klöstern könnten die grundsätzliche Freude franziskanischer Lebensweise nicht vergällen: "Ich habe den Eindruck, dass wir neben den vielen Strukturfragen auch wieder den geistig-spirituellen Austausch untereinander vermehrt in den Blick bekommen", sagte P. Oliver und schloss seine Gedanken mit Optimismus: "Ich wünsche uns allen den Mut, alte Grenzen auf Landkarten oder in Köpfen und Herzen noch mehr überwinden zu können."
 
        
(3-05-2017 / mtz / red.)