|
An den heiligen Franz von Assisi
In tiefem Dunkel kommt dein Tag heran,
der graue Schimmer deines Kleides reicht
schon an die Nacht, und wo der Dämon weicht,
sind dir die Tore heimlich aufgetan.
So siegt die Armut über Macht und Wahn,
die Angst zerfällt, ein Herz wird wieder leicht,
da letzter Güter letzter Schatten bleicht,
fachst du der Liebe zehrend Feuer an.
Denn du bist strahlend wie dein Herr geworden,
und deiner Demut unerhörte Macht
zog ihn zurück in todumdrohte Zeit.
Gehorsam wandelt an des Abgrunds Pforten,
und eines Bettlers Füße bergen sacht
der dunklen Erde letzte Herrlichkeit.
(Reinhold Schneider, 1942-1943)
|