FranziskanerInnen im Gespräch mit Jugend

Die Distanz zwischen Ordensleuten und der Jugend ist groß. Wie können sich beide treffen? Schwestern, Brüder und Jugendliche wagten einen Versuch.

Zu ihren "Gemeinschaftstagen" trafen sich Ende Oktober im Haus der Stille in der Steiermark 80 Schwestern und Brüder aus franziskanischen Ordensgemeinschaften. "Franziskanische Avantgarde inmitten einer Jugend ohne Gott?" Das war die Frage, die die Referenten stellten. Der Grazer Weihbischof Franz Lackner und der Pariser Weihbischof Franz Lackner feiert mit der franziskanischen Familie eine heilige Messe. Foto: Sr. Judith Putz.Zeitdiagnostiker Michael Hochschild behandelten das Thema aus ihrer Sicht. Um nicht nur über die Jugend ins Gespräch zu kommen, sondern auch um mit ihr zu sprechen, nahmen junge Menschen aus Österreich und aus Deutschland an der Veranstaltung teil. Ein bunter, wenngleich auch herausfordernder Dialog bestimmte die Gespräche zwischen den Ordensleuten und den jungen Menschen an den drei Tagen. Prozessorientiert wurde der gestellten Frage nachgegangen.

Weihbischof Lackner - er ist auch Österreichs Jugendbischof - sprach von einem "Leerwerden und Offensein auf Gott hin." Für Ordenschristen bestehe die Herausforderung darin, "dass wir in neuer Weise hören lernen, hören lernen auf Gott." Auf Gott zu hören, heiße immer "auch auf die Menschen zu hören." Hervorzuheben sei die "Originalität und die Spontaneität" der jungen Menschen - auch in ihrer Frage nach Gott.

Himmelsstürmer

Michael Hochschild, Professor für Zeitdiagnostiker in Paris, stellte einen "glücklichen gemeinsamen Nenner" fest, der die franziskanischen Ordensleute mit den jungen Menschen verbindet. Beide wollen voneinander lernen. Niemand wisse dabei um die Zukunft bescheid; aber Ordensleute und Jugendliche könnten "einen gemeinsamen Weg gehen". Voneinander lernen heiße auch, einander Fragen zu stellen. Die Ordensleute sieht Hochschild als "Himmelsstürmer, die in ungebrochener Radikalität nach dem Menschsein suchen."

Veranstalter der Gemeinschaftstage war die "Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft Österreichs" an. Dieser losen Verbindung innerhalb der franziskanischen Familie gehören 26 Frauen-Kongregationen, sechs Männer-Orden, und sechs Laien-Gemeinschaften an. (Sr. Judith Putz/red., 16-11-05)

schliessen