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„Papst Benedikt hat uns besucht“
Bei den Klarissen in Maria Enzersdorf und den Franziskanern in Innsbruck war Kardinal Ratzinger zu Besuch. Daran denkt man heute gerne zurück.
Im April 1989 hatten die Klarissen in Maria Enzersdorf gelesen, dass in Laxenburg ein Treffen der vatikanischen Glaubenskongregation mit Vertretern aus den europäischen Bischofskonferenzen stattfinden sollte. Schwester M. Immaculata, damals Äbtissin im Kloster, erinnert sich: „So schrieben wir an Kardinal Ratzinger, ob er als Präfekt der Glaubenskongregation auch unser Kloster besuchen könnte. Wir meinten, wenn er schon so nahe sei, wäre das vielleicht möglich.“ Überraschend erhielten die Schwestern auch bald ein Schreiben aus dem Vatikan mit der freudigen Mitteilung, dass Kardinal Ratzinger das Kloster besuchen werde. Der Besuch sei aber ein ganz privater, so die Auflage.
„Mit Freude und
Spannung erwarteten
wir den hohen Besuch,“ erzählt Schwester Maria Immaculata. Offen und locker war dann die Begegnung mit Kardinal Ratzinger. Eine Stunde lang war der hohe Würdenträger am 3. Mai bei den Schwestern Klarissen zu Gast.
In einem „unkomplizierten und bereichernden“ Gespräch erzählte er über die weltweiten Anliegen der Kirche und der Ordensgemeinschaften. Nach einem Gebet erteilte Kardinal Joseph Ratzinger den Klarissen den Segen. Schwester Maria Klara, sie ist heute Äbtissin, blickt gerne zurück: „Jetzt sind wir natürlich dankbar und ein wenig stolz, dass der neugewählte Papst als Kardinal den Ort Maria Enzersdorf betreten und einen Besuch in unserem Kloster gemacht hat.“
„Sind Sie Priester?“
Von einer ähnlichen Freude sind die Franziskaner in Innsbruck erfüllt. Von 13. bis 18. August 2002 urlaubten Joseph und Georg Ratzinger in Tirol. Die heilige Messe feierten die Brüder täglich bei den Franziskanern in der Innsbrucker Hofkirche. Provinzial Pater Rupert Schwarzl erinnert sich: „Ich lud Kardinal Ratzinger ein, beim Festgottesdienst zu Mariä Himmelfahrt die Predigt zu halten.“ Vergebens. Der Präfekt der Glaubenskongregation bat Pater Rupert zu predigen. „Es hat mich einiges an Aufregung gekostet, den Präfekten der Glaubenskongregation als Zuhörer meiner Predigt zu wissen.“ Die Aufregung legte sich umgehend. „Kardinal Joseph Ratzinger erwies sich als überaus gütiger und freundlicher Erzbischof.“
Vor der heiligen Messe hatte die Mesnerin Joseph Ratzinger, der kein Kollar, sondern eine Krawatte trug, gefragt, ob er denn Priester sei. Dieser antwortete: „Ja, Priester und Kardinal.“ Überrascht und für einen Moment sprachlos blieb die Sakristanin zurück.
Zum Abschied trug Kardinal Ratzinger in das Gästebuch des Innsbrucker Klosters ein: „Dem franziskanischen Konvent an der Hofkirche in Innsbruck ein herzliches Vergelt´s Gott für die von Herzen kommende Gastfreundschaft, die wir hier erfahren durften, und für den Geist des Glaubens, den wir gespürt haben. Möge auf die Fürbitte des heiligen Franziskus der Segen des Herrn immer auf seinen Inwohnern sein.
+ Joseph Ratzinger, Georg Ratzinger. 13. 18. VIII. 2002“
(pgw, 27-04-2005)
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