Junge Franziskaner aus Mitteleuropa in Graz

In vielerlei Hinsicht gab es Nachholbedarf, was die Begegnung der Franziskaner untereinander betrifft. Aus Anlass des Mitteleuropäischen Katholikentags trafen sich 40 junge Franziskaner aus Mittel- und Osteuropa in Graz.

Diözesanbischof Egon Kapellari empfängt die franziskanischen Gäste im Ordinariat. Pater Ulrich Zankanella stellt das Treffen vor. Foto: Franziskaner.Die Franziskaner kamen aus den Ordensprovinzen in Polen, Ukraine, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Deutschland, Schweiz und Österreich. Zum Treffen nach Graz eingeladen hatten die beiden österreichischen Provinziäle, Pater Anton Bruck, Wien, und Pater Rupert Schwarzl, Innsbruck. Organisiert wurde das Treffen von Pater Ulrich Zankanella und den Franziskanern für Mittel- und Osteuropa (FMO). Auch der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl stattete der Tagung einen Besuch ab.

Die Brüder nahmen sich viel Zeit, um ihre Arbeit vorzustellen. Bosnien und die Ukraine glänzten bei ihrer Vorstellung dank Powerpoint und Videobeamer. Mitbrüder aus Polen berichteten davon, dass sie viel Nachwuchs haben. Ein Grund dafür: Der Jugendarbeit wird ein hoher Stellenwert eingeräumt. Andere Franziskaner helfen in verschiedenen Einrichtungen Schwachen und Kranken. Auch im Bereich der Medien, wie Zeitschriften, Internet und Radio, gibt es gute Initiativen.

Nach der heiligen Messe in Mariazell: Ein wärmendes Getränk tut gut. Foto: Franziskaner.Wallfahrt nach Mariazell
Die Gottesdienste waren an den Tagen des Treffens international gestaltet. Die Eröffnung des Stundengebetes erfolgte in Deutsch, der Hymnus auf Polnisch.

Die drei Psalmen wurden kroatisch, slowenisch und tschechisch gebetet, das Magnificat und das Vater unser in Latein. Zu den Fürbitten konnte jeder Bruder in seiner Sprache seine Bitte vortragen. Auf Latein wurde auch der Rosenkranz gebetet. Taizélieder und Gospels stellen sowieso internationales Liedgut dar.

Am 22. Mai schlossen sich die jungen Franziskaner der Wallfahrt der Völker an. 80.000 Christen aus acht europäischen Ländern pilgerten nach Mariazell. Kardinal Angelo Sodano stand der heiligen Messe vor. Regen und Schlamm bildeten den Rahmen der Feier, beeinträchtigten aber kaum die gute Stimmung der jungen Brüder.

Austausch und Sprachen
Tags darauf ging das Treffen der Franziskaner zu Ende. "Wir jungen Franziskaner in Mitteleuropa wollen besser zusammenarbeiten." Und: "Wir müssen den Kontakt untereinander pflegen und Sprachen studieren, um einander kennen zu lernen." So lauten zwei Meinungen, die zum Abschluss geäußert wurden. Nach dem Treffen in Graz wissen die jungen Brüder mehr voneinander. Ein erster Schritt zur Verständigung ist getan. (Br. Samuel Ebner, Mai 2004)

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