Prozess für Seligsprechung von Pater Petrus eröffnet

Mit einem feierlichen Abendgebet in der Wiener Franziskanerkirche eröffnete Kardinal Schönborn am 13. Oktober den Seligsprechungsprozess für Pater Petrus Pavlicek.

P. Petrus bei
Papst Paul VI., 1972
Das Leben des 1982 verstorbenen Franziskaners Pater Petrus Pavlicek ist ein "Hinweis, dass wir nicht als Heilige auf die Welt kommen," betonte Kardinal Schönborn in seiner Ansprache im Rahmen des feierlichen Abendgebetes am 13. Oktober in der Wiener Franziskanerkirche. Pater Petrus, der 1921 im Alter von 19 Jahren aus der Kirche ausgetreten und erst 1935 wieder zurückgekehrt war, sei die "Wege und Irrwege eines suchenden Herzens" gegangen, sagte der Wiener Erzbischof.

Die Eröffnung des Seligsprechungsverfahrens sei wichtig für die Kirche in Österreich, weil Pater Petrus nach dem Zweiten Weltkrieg durch seinen "Gebetssturm für die Freiheit Österreichs" ein "Signal für das Land" gesetzt hat. Auch wenn darüber heute in der Öffentlichkeit vielfach gespottet werde, "wir schämen uns nicht, Maria um ihren Schutz zu bitten", betonte Schönborn. Es sei beeindruckend, wenn Politiker den Mut haben, wie einst Raab und Figl vor dem Bild der Muttergottes niederzuknien und zu beten.

Zeitzeugen werden befragt

Das Gebet am 13. Oktober gilt als offizieller Startschuss für den Prozess der Seligsprechung des Franziskanerpaters. Ein eigener "Gerichtshof" wird in den nächsten Monate Zeitzeugen über das Leben des Pater Petrus befragen und anhand der Aussagen eine umfangreiche Biographie erstellen, die Historikern und Theologen vorgelegt wird. Heißen jene diese Darstellung für gut, wird die Causa an die verantwortlichen Stellen in Rom weitergeleitet.
(bgw 10-2000)