Papstbesuch: Franziskaner im Heiligen Land
Viele der christlichen Stätten im Heiligen Land betreuen die Franziskaner. Den Dienst am Heiligen Grab übernahmen die Brüder des heiligen Franz von Assisi vor beinahe 700 Jahren.
Dies war die erste Niederlassung, weitere folgten.
Der erste Franziskaner, der ins Heilige Land reiste, war - wenn man das so sagen kann - Franziskus selbst. Auf einem Kreuzfahrerschiff gelangte Franziskus nach Ägypten. Während eines Waffenstillstandes zwischen dem muslimischen und dem christlichen Heer gelingt es Franziskus, zu Sultan El-Kamil vorgelassen zu werden. Der Sultan soll den christlichen Gast freundlich aufgenommen und mit ihm ein Gespräch über den Glauben geführt haben. Eine Bekehrung des Sultans - wie es die Absicht des Heiligen war - gelingt freilich nicht. Dennoch darf man von einem beachtenswerten Unternehmen sprechen: In Jahren der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen christlichen Kreuzfahrern und Muslimen sucht Franziskus das Gespräch, den Dialog zwischen den Religionen.
Den Missionaren in seinem Orden gibt Franziskus die Order mit auf den Weg, "dass sie weder Zank noch Streit beginnen," sondern sich den Menschen vor Ort untertänig erweisen sollen. So steht es in der Ordensregel. Keine Zwangsbekehrungen also, sondern mit den Leuten ins Gespräch kommen über Fragen des Glaubens und ihnen von Gottes Liebe Zeugnis geben.
Bedeutung heute
Heute betreuen die Franziskaner im Heiligen Land eine
Reihe von Einrichtungen: Pfarren, soziale Projekte und Wallfahrtsstätten wie zum Beispiel hier in Nazareth und das Hl. Grab in Jerusalem. Dazu kommen noch eine Hochschule und ein Verlag. Der Obere aller franziskanischen Einrichtungen im Heiligen Land ist Custos Pater Giovanni Battistelli (Foto). Da der Franziskanerorden im Hl. Land eine wichtige Rolle spielt, kann auch der Custos, Pater Battistelli, als eine der wichtigen christlichen Autoritäten des Landes bezeichnet werden.