P. Groß: „Weichen für Franziskaner werden gestellt“

Am 21. Oktober wird in Pupping (OÖ) die neue „Ordensprovinz Austria vom heiligen Leopold in Österreich und Südtirol“ proklamiert. Dort laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Die Renovierung der Puppinger Franziskanerkirche wurde vorgezogen.Die Fusion der beiden Franziskanerprovinzen Tirol und Wien steht vor dem Abschluss. Wie Generaldelegat Pater Claudius Groß OFM der Franziskanerzeitschrift „antonius“ mitteilt, werden dabei „die Weichen für die nächsten Jahre gestellt“. Vorläufig seien jedoch „nur wenige Brüder und Konvente von den Änderungen betroffen“, betont der Hauptverantwortliche für die Abwicklung der Zusammenlegung. Als kurzfristige Beispiele nennt Groß die Ernennung neuer Guardiäne (Hausoberer) oder neuer Pfarrverantwortlicher sowie neue Begleiter der jüngeren Brüder, die sich in Ausbildung befinden. In Zukunft könne es für die Provinzgemeinschaft auch heißen, dass „sie sich in den nächsten Jahren – vielleicht nach Jahrhunderten franziskanischer Präsenz – von diesem und jenem Konvent und den dortigen Menschen verabschieden muss“.

Im Sinne des Fusionsspruchs „Der Herr zeige uns seine Wege“ (Jesaja 2,3) fordert er Optimismus ein: „Die Brüder wollen sich auf die Führung durch den Geist Gottes einlassen, nicht in eine ungewisse, sondern in eine offene Zukunft, deren Sinn und Gelingen allein Gott garantiert.“

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

P. Fritz Wenigwieser im vollen Einsatz, damit alles fertig wird bis zum Kapitel.Pupping in Eferding (OÖ) bereitet sich vor: Vom 21. Oktober bis 27. Oktober beherbergt der Ort über 80 Franziskaner aus Österreich und Südtirol. Am 21. Oktober wird die neue Franziskanerprovinz „Austria zum hl. Leopold“ ausgerufen, die beiden Provinzen Tirol und Wien fusionieren. Damit wird der Name des mit Spannungen erwarteten neuen Provinzials genannt. Generalminister José Rodríguez Carballo, der ranghöchste Franziskaner, hat ebenfalls sein Kommen angekündigt.

Vorfreude in Pupping

Um die vielen Ordensbrüder unterzubringen, hat das Puppinger Schalom-Kloster etliche Zimmer und die sanitären Einrichtungen saniert. Auch Baumaßnahmen in der Kirche wurden vorgezogen. An „allen Ecken und Kanten“ werde gearbeitet. Fritz Wenigwieser, Guardian des Klosters, ist weiters wichtig: „Mehr als 50 Brüder nächtigen im Kloster, die anderen sind bei Familien im Ort Pupping untergebracht.“ Der kleine Ort in Eferding freue sich jedenfalls schon auf das Kapitel, „der ganze Ort lebt mit“, erzählt Pater Fritz.

Dass der Orden gerade Pupping für diese wichtige Woche auswählte, erklärt sich Fritz Wenigwieser dreifach. Erstens gab es hier schon ein Kapitel – im 16. Jahrhundert. Weiters habe man sich darum intensiv bemüht. Ein Puppinger Franziskaner soll sogar gemeint haben: „Pupping hat einen lebendigen Geist von Aufs und Abs. Das ist mal wieder so eine richtige Herausforderung.“ Drittens hat es historische Gründe: Lange zählte das Kloster zur Wiener Provinz, bevor es im Zuge der josephinischen Reformen im 18. Jahrhundert in die Tiroler Provinz wechselte. Für die Ordensgemeinschaft könne das Kapitel eine große Chance sein, so der Franziskaner. Pater Fritz: „Da das Treffen Auswirkungen auf die Zukunft hat, freue ich mich, mit den vielen Brüdern zu reden.“

Bei dem einwöchigen Kapitel stehen viele Zukunftsfragen an.
Ein wichtiger Termin ist die Seligsprechung von Franz Jägerstätter am Nationalfeiertag. Wenigwieser: „Es ist zwar aus franziskanischer Sicht zufällig, dass dieses Mitglied des Dritten Ordens gerade am 26. Oktober selig gesprochen wird. Aber für uns ist es eine schöne Chance, diese Feier im Rahmen des Kapitels in Linz wahrnehmen zu können.“ (Wolfgang Zarl, 30-08-07)

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