Jubiläumswallfahrt nach Mariazell
Die Franziskaner feiern heuer ein Jubiläum. Vor einhundert Jahren ist die Provincia Austria wiedererrichtet worden.
In Österreich gibt es zwei Franziskanerprovinzen: im Westen die "Tiroler Provinz zum heiligen Leopold"; auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Steiermark und Burgenland erstreckt sich die "Österreichische Provinz zum heiligen Bernardin". Diese ist schon über 500 Jahre alt. Zur Zeit von Maria Theresia erreichte sie mit fast tausend Brüdern ihren Höchststand. Aber die Aufklärung unter Joseph II. führte fast zur Auflösung der Provinz. Die meisten Klöster mussten geschlossen, die Provinz geteilt werden. Es kam sogar so weit, dass im 19. Jahrhundert die verbliebenen sechs Klöster an die Nachbarprovinzen in Ungarn und Tirol angeschlossen werden mussten. Am 3. Juni 1900 kam es zu einer Wiederbelebung: Die "Provincia Austria" wurde neu gegründet.
Die Provinz feiert heuer hundert Jahre ihres Bestandes. Unter dem Motto "Franziskaner und ihre Gemeinden auf dem Weg" pilgerten am 3. Juni 600 Kinder, Frauen, Männer und Franziskaner nach Mariazell. Hier wurden sie von Superior Pater Karl Schauer in einer Prozession in die Basilika geleitet. Den Festgottesdienst zelebrierte Kardinal Laszlo Paskai aus Ungarn. Am Beginn der Messe stellten sich die einzelnen Gemeinden vor; jede hatte ein für sich typisches Symbol mitgebracht. In der Predigt erinnerte Paskai an die Hilfe, die die österreichischen Franziskaner den Ungarn während des Kommunismus geleistet hatten.
Erschöpft von der sommerlichen Hitze, erfrischten sich die Gläubigen nach dem Gottesdienst bei einer Agape. Den Abschluss des Tages bildete eine Andacht vor der "Bründlkapelle". Rechtzeitig bevor ein Sommergewitter über Mariazell niedergehen konnte, gelangten die Gläubigen trockenen Fußes zu ihren Bussen. Franziskaner und ihre Gemeinde traten den Weg nach Hause an.