Das Kloster der Franziskaner
in Güssing

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Kloster

Um 1500 siedelte Lorenz Ujlaki Mönche des Augustinerordens in Güssing an.
Später ließ Balthasar Batthyány die letzten Augustiner - im Zuge der Reformation im Jahre 1569 - aus Güssing vertreiben und beschlagnahmte das Kloster. Er übergab das ehemalige Kloster protestantischen Pastoren, die es unter anderem als Mittelschule verwendeten. Dieses wurde aber von den Türken teilweise zerstört.

Graf Adam Batthyány konvertierte wieder zum katholischen Glauben und setzte alles daran, dass auch seine Untertanen dem Protestantismus wichen. 1648/49 übergab er den Franziskanern in Güssing ein neu errichtetes Kloster sowie eine Kirche, die architektonisch ihren Ursprung behielten.

 


Kloster Seitenansicht

Die exponierte Lage, direkt am östlichen Stadttor, weist darauf hin, dass das Kloster mit seinen dicken und an der Nord- und Ostseite sehr hohen Mauern Teil der Stadtbefestigung war.

Das Kloster besteht aus einem zweigeschoßigen Dreiflügelbau mit quadratischem Kreuzgang. In der Mitte befindet sich das charakteristische Quadrat mit Brunnen und Pflanzen und an der westlichen Seite die Pforte mit geschwungenem Giebel.



Kloster Hof
Neben dem Westflügel des Klosters wurden das Wirtschafts- sowie das Stallgebäude erbaut, die aber gegenwärtig nicht mehr bestehen. An der Umfassungsmauer des Hofes sieht man auch heute noch das prachtvolle Einfahrtsportal mit Zinnengiebel und einer Marienstatue aus dem 17. Jahrhundert.
     
Die Klosterkirche [nach oben]
   

 

 


Gleichzeitig mit dem Kloster wurde auch die Klosterkirche neu errichtet. Entsprechend der Architektur der Bettelorden ist die Kirche schlicht gestaltet.

An der Südseite des Chores liegt ein zweigeschoßiger Anbau, in dem sich die Lorettokapelle und darüber das Oratorium der Familie Batthyány befinden.

An der Südfront besteht die Möglichkeit, durch einen später hinzugefügten Portalvorbau, in die Gruft einzutreten.


Beiderseits der Aussenseite der Batthyány Kapelle sind zwei Grabplatten eingemauert, wobei die Grabplatte aus Rotmarmor einen Ritter in voller Rüstung, aber ohne Inschrift, zeigt.
Bei der zweiten Platte handelt es sich um einen Weißmarmorepitaph des ersten protestantischen Grundherren Balthasar Batthyány (1543-1590), welcher zwei Knaben das Wappenschild der Batthyány haltend, darstellt.
     
Die Gruft [nach oben]
   

 


 
Unter der Kirche liegt die Familiengruft der Batthyány. Das Prunkstück der Gruft ist der Bleisarkophag des Fürsten Karl Joseph Batthyány, gefertigt von Balthasar Ferdinand Moll.