Kapelle des Seligen Ladislaus
in der Klosterkirche Güssing



   

Im Zentrum der Kapelle befindet sich der Reliquienschrein und stellt das goldene Haus für einen Heiligen bzw. Seligen dar, der seine Erfüllung bei Gott gefunden hat. Der Reliquienschrein beinhaltet die sterblichen Überreste des Seligen. Bei einer Prozession kann dieser getragen werden. Der Reliquienschrein des Seligen Ladislaus ist ganz schlicht, in Silber gehalten und enthält die Inschrift „Beatus Ladislaus“, was „Seliger Ladislaus“ bedeutet. Die Form einer Hausfassade am Reliquienschrein ist nur in der totalen Ansicht, also knieend, erkennbar.

In der Rückwand der Kapelle ist ein Portrait des Seligen ersichtlich, welches sich aus drei Photografien zusammensetzt: Arzt, Fürst und Familienvater. Der Selige begegnet uns von Angesicht zu Angesicht. Ausgeführt ist das Portrait im Siebdruck, wobei sich durch die jeweilige Überlagerung ein Kreuz ergibt, denn der Selige Ladislaus hat seine christliche Berufung überzeugt und überzeugend gelebt.


Die Hauptansicht der Kapelle zeigt einen Pelikan, der seine Flügel weit öffnet. Der Pelikan ist einerseits Symbol für Christus und andererseits Symbol eines für seine Untertanen sich aufopfernden Herrschers. Der Pelikan reißt seine Seite auf und tränkt seine Jungen mit seinem eigenen Blut. Auch der Selige ist wie ein Pelikan, der mit großer Liebe seine Familie umsorgte, mit seinem Besitz ein Krankenhaus in Kittsee und ein weiteres in Körmend errichtete und dadurch vielen armen und kranken Menschen geholfen hat.

Die äußere Glaswand wird vom Wahlspruch „Fidelitate et Caritate“ getragen. Die innen liegende Glaswand weist verschiedene Gelbtöne auf. Die Hauptfarbe der Glastafeln – Goldgelb – unterstreicht das Transzendente, Göttliche und ist in Kombination mit dem Blau in Bodennähe ein Teil des Wappenfarbenpaares der Familie. Der Glaskubus - bestehend aus den Materialien Fusingglas und Nirosta - ist nach innen für den Besucher der Kapelle offen und nach außen geschlossen. Dadurch wird das natürliche Tageslicht gewonnen und erzeugt ein wohltuend warmes, strahlendes Licht in der Kirche. Ineinander verschmolzene Glas- und Farbelemente in unterschiedlicher Größe und Positionierung symbolisieren die vielfältige Tiefe des Lebens des Seligen.

Der Selige änderte den Leitspruch der Fürstenfamilie von „Fidelitate et Fortitudine“ auf „Fidelitate et Caritate“. Die „Fortitudo“, also die Stärke bzw. die Tapferkeit tauschte er gegen die „Caritas“, die Nächstenliebe aus, die in seinem Leben im Vordergrund stand.

Vor der Kapelle haben Pilger und Besucher die Möglichkeit, Kerzen anzuzünden.

Bauherr: Kloster der Franziskaner, Güssing
Bauleitung: Büro DI Karl Fischer, Mattersburg
Künstlerische Gestaltung: Mag. Heinz Ebner, Wien
Architektonische Planung: MMag. Johann Traupmann, Wien