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Die Klosterbibliothek

„Eine Bibliothek ist eine lebendige Brücke zwischen dem reichen Erbe der Vergangenheit und den zukunftsorientierten Ansprüchen der modernen Informationsgesellschaft.“

     
     

 

Das Franziskanerkloster [nach oben]
   

   
1648/49 übergab Graf Adam Batthyány ein neu errichtetes Kloster sowie eine Kirche den Franziskanern in Güssing, die architektonisch ihren Ursprung behielten. 300 Jahre nach der Gründung übernehmen die Franziskanerbrüder der Wiener Provinz dieses Kloster und wirken auch heute noch in der Pfarre von Güssing. Im Laufe dieser Jahrhunderte hat sich eine Anzahl von schriftlichen Werken mit wertvollen, historischen und einzigartigen Inhalten angesammelt, welche in einem Raum des Klosters aufbewahrt werden.
 
Die Entstehung der Klosterbibliothek [nach oben]
 
   

Die Bibliothek wurde in Folge der Gegenreformation gegründet, denn Graf Adam Batthyány übergab alle Werke nicht katholischer Autoren an die Franziskaner. Außerdem erhielten sie auch Bücher aus slavonischen Franziskanerklöstern sowie weitere Werke, die für die Seelsorge nötig waren.

 
Werke [nach oben]
     
   

Aktueller Stand der Klosterbibliothek:
3.584 Bände mit 5.450 Werken und 212 Inkunabeln

Einige Unikate der Klosterbibliothek


„Stirpium Nomenclator Pannonicus“

1. „Stirpium Nomenclator Pannonicus“ – Nomenclator
Dieses Buch wurde von Carolus Clusius (1526 – 1609) verfasst und von Johannes Manlius im Jahre 1583 in Güssing gedruckt. Es stellt ein Sammelband mit zwei weiteren Werken dar. Der Nomenclator bietet auf 16 Blatt eine Aufstellung von Pflanzen mit lateinischer und ungarischer Bezeichnung.

 


„Missale Güssingense“
2. „Missale Güssingense“
Dieses Messbuch in der Größe von 265 Blatt wurde handschriftlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts geschrieben. Das Werk weckt bei den Wissenschaftlern aufgrund der Diskussion des Entstehungsortes (süddeutscher Raum oder Ungarn) größtes Interesse.

„Glagolitisches Brevier-Fragment“
3. „Glagolitisches Brevier-Fragment“
Das Fragment entstammt aus den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts, wurde aber erst 1963 durch einen Wissenschaftler entdeckt und anschließend in der Restaurierungswerkstätte der Wiener Nationalbibliothek fachspezifisch abgelöst und restauriert.
Es ist in altslawischem Alphabet geschrieben und beinhaltet das „Proprium de tempore“ aus der dritten bzw. vierten Fastenwoche. Die Frage der Lokalisierung des Fragments bleibt jedoch offen.

„Regiment der jungen Kinder“
4. „Regiment der jungen Kinder“
Dieses zweitälteste pädiatrische Werk der Weltliteratur wurde von Bartholomäus Metlinger 1476 verfasst. Folgende Themen sind darin zu finden: Pflege und Ernährung des Säuglings; Ammenwahl und Abstillen; Therapie verschiedener Kinderkrankheiten; Erziehung des Kindes bis zum 7. Lebensjahr.

 

 

   
     
Quellenverzeichnis [nach oben]
     
   

Text: Network Culture Economy. Die drei Klöster. Lavello - Buch - Güssing: Denkmäler und Denkstätten von kulturellem und religiösem Wert, 2002.
Bilder: Mediendesigner IT Oberwart