Das Jahr der Eucharistie dauert bis Oktober 2005. Dieses Jahr bietet eine gute Gelegenheit, sich des Franziskanerbruders Pascal Baylón Yubero zu erinnern, den Papst Leo XIII. im Jahr 1897 zum Patron der Eucharistischen Vereinigungen und der Eucharistischen Kongresse erklärte. Interessant ist, dass der Patron der Eucharistieverehrung selbst nie die heilige Messe zelebrieren konnte, da er weder Diakon noch Priester war. Liturgisch fällt sein Gedenktag mit seinem Todestag, dem 17. Mai, zusammen. Pascal wurde am 16. Mai 1540 im Dörfchen Torrehermosa in Aragón in Nordspanien geboren. Er war das zweite von fünf Geschwistern aus der zweiten Ehe seines Vaters. Seine Eucharistie- und Marienfrömmigkeit verdankt Pascal seiner Mutter, einer gastfreundlichen und wohltätigen Frau. Seine Mutter trug Pascal bereits in die Kirche, als er noch in Windeln lag. Er versäumte kein Detail der liturgischen Riten bei der Messfeier. Bereits als Kind verschwand er aus dem Elternhaus. Seine Mutter suchte ihn verzweifelt im ganzen Dorf und fand ihn schließlich in der Kirche auf den Altarstufen kniend. Arbeit statt Schule Da die Eltern das Schulgeld nicht bezahlen konnten, schickten sie den Jungen bereits im Alter von sieben Jahren zum Schafe-Hüten auf die Weide. Dieser Arbeit ging er bis zu seinem Ordenseintritt nach. Es wird erzählt, dass sich Pascal stets auf der Weide vor einem selbstgeschnitzten Holzkreuz niederkniete, wenn die Wandlungsglocken der Kirche des Ortes ertönten. Das Hirtenleben forderte seine Frömmigkeit, denn in der Einsamkeit lernte er, mit Gott vereint zu leben. Da Pascal den Vorsatz hatte, in den Orden einzutreten, lehnte er das Angebot eines wohlhabenden, jedoch kinderlosen Paares ab, als dessen Erben eingesetzt zu werden. Als er in der Nähe der Kleinstadt Orito zu einer auf einem Berg gelegenen Höhle aufstieg, um zu beten, erschien ihm eine von Engeln getragene Hostie. Im Jahr 1564 trat Pascal bei den Alkantarinern, einem der vier später durch Papst Leo XIII. wieder vereinten Zweige des Franziskanerordens, ein. Dort fand er das Leben, das er stets wünschte. In verschiedenen Konventen wirkte er als Pförtner, Gärtner und Sammelbruder. Stets gab er Armen und Kindern, die zum Kloster kamen. Bevor er das Kloster verließ, um bei den Bauern Lebensmittel zu sammeln, kniete er für einige Minuten vor dem Altarsakrament nieder. Wenn er außerhalb des eigenen Ortes sammelte, bat er den Pfarrer um den Segen und besuchte das Allerheiligste in der Kirche. Dann ging er von Tür zu Tür mit der Bitte um Almosen. Unter einem Baum nahm er das Mittag- und das Abendessen ein und teilte das Ergebnis der Sammlung mit den Armen. Ins Kloster zurückgekehrt, schenkte er den Armen Früchte und Gemüse aus dem Klostergarten. Waren die Vorräte erschöpft und auch im Garten nichts mehr zu finden, schenkte er Blumen, um niemanden leer ausgehen zu lassen. Eucharistie als Quelle Doch kamen nicht nur Arme auf der Suche nach einer Mahlzeit, sondern auch Menschen mit ihren Sorgen auf der Suche nach einem Gesprächspartner. Einer von ihnen war ein in Spanien ansässiger französischer Seiler, der Schnüre und Stricke herstellte. Er war in eine so schwere Depression gestürzt, dass seine Frau ihn zu mehreren Priestern sandte, da sie meinte, er sei von einem Dämon besessen. Eines Tages suchte er Pascal auf und ging mit ihm im Klostergarten auf und ab. Die Lebenslust kehrte zurück; die Leute im Dorf hielten diese Wandlung für ein Wunder. Doch auch mit sich selbst musste Pascal ringen, um dem Ideal seines Ordensvaters treu zu bleiben. So litt er aufgrund seines cholerischen Temperaments an Wutausbrüchen und konnte sehr zornig werden. Auch die Attraktivität der Dorfschönheiten machte ihm zu schaffen. Mit harter Arbeit, kurzer Nachtruhe, Bußübungen, eucharistischer Anbetung und vor allem dem Ertragen schwieriger Mitmenschen versuchte er sich in der Geduld zu üben. Abend des Lebens Als er an einem Abend zum Konvent zurückkam, fühlte sich Bruder Pascal nicht wohl und legte sich nieder. Am kommenden Morgen konnte er sich nicht einmal erheben, um die Kirche zu öffnen. Die Mitbrüder riefen den Arzt und brachten Pascal Polster und Decken, ebenso ein weiches Hemd, damit er bequemer liegen konnte. Die Schmerzen nahmen zu. Der Arzt bestätigte seinen Eindruck, weshalb der Guardian ihm Krankensalbung und Wegzehrung spendete. Wie ein Lauffeuer sprach sich die Erkrankung Bruder Pascals im Dorf herum und die Leute eilten zum Kloster mit der Bitte um seinen letzten Segen. Jedem Einzelnen legte er die Hände auf und segnete ihn. Am Sonntagmorgen, es war der 17. Mai 1592, ging das Leben des seligen Franziskanerbruders zu Ende. Als die Glocken zur Wandlung in der heiligen Messe läuteten, flüsterte Pascal noch mit schwacher Stimme: „Ich bin glücklich, das Opfer meines armen Lebens mit dem Opfer Christi zu vereinen.“ Bruder Pascal war 52 Jahre alt geworden. Im Jahr 1618 wurde Bruder Pascal selig- und im Jahr 1690 heiliggesprochen. Über dem Grab des Heiligen in Torrehermosa wurde eine Barockkirche errichtet und der unverweste Leichnam in einem Kristallsarg aufbewahrt. Seit der Vertreibung der Franziskaner im Jahr 1835 wird das Kloster von Klarissen bewohnt, welche Sorge tragen für die ständige Anbetung des auf dem Hochaltar ausgesetzten Altarsakraments. Im spanischen Bürgerkrieg wurden das Grab zerstört und die Kirche angezündet. Später wieder hergestellt, erhob Papst Johannes Paul II. die Kirche zur Basilika. 1997 fand in Torrehermosa der Eucharistische Nationalkongress Spaniens statt. Eine Sonderbriefmarke trug damals das Bild des heiligen Pascal. (Pater Nikolaus Schöch OFM)
Mit dem Eucharistischen Kongress in Mexiko im Oktober 2004 begann das Jahr der Eucharistie. Der heilige Pascal ist Patron für eine tiefe Verehrung der Eucharistie.