Engelbert Kolland, Seliger

Während seines Einsatzes im Heiligen Land ist Pater Engelbert Kolland im Jahr 1860 ermordet worden. Papst Pius XI. hat ihn seliggesprochen.

Der selige Engelbert Kolland wurde am 21. September 1827 in Ramsau, Pfarre Zell am Ziller (Tirol, Erzdiözese Salzburg) geboren. In der Taufe erhielt er den Namen Michael. Er kam zum Studium in das damals neu eröffnete Knabenseminar Borromäum nach Salzburg. Lernschwierigkeiten und Heimweh setzten ihm damals arg zu; nach kurzer Unterbrechung konnte er das Gymnasium in Salzburg abschließen.

Im Jahr 1847 trat Michael Kolland als Bruder Engelbert in Salzburg in den Franziskanerorden ein. Später studierte er Philosophie und Theologie und empfing 1851 in Bozen die Priesterweihe. In Bozen entwickelte P. Engelbert - unter Anleitung eines kundigen Mitbruders - ein besonderes Sprachentalent und erlernte Arabisch, Italienisch, Spanisch und Französisch. Seine Ordensoberen sandten ihn - auf sein Ansuchen hin - ins Heilige Land, wo er die lateinischen Christen und die unierten Armenier betreute.

Von Drusen in Damaskus ermordet

Gerade in diese Zeit fielen die Reformbestrebungen, wonach alle religiösen Minderheiten, besonders die Christen, den übrigen Staatsbürgern in allem gleichgestellt werden sollten. Für die Moslems bedeutete dies einen offenen Affront, denn 1200 Jahre lang waren die Christen Bürger zweiter Klasse gewesen. Die Moslems in Syrien, vor allem die Drusen, gingen zum offenen Angriff über. Der Gouverneur von Beirut stellte sich an die Spitze dieser Aufständler, die vom 30. Mai bis 26. Juni 1860 jedes christliche Dorf im südlichen und mittleren Libanon überfielen. Etwa 6000 Christen wurden dabei umgebracht.

Am 9. Juli marschierten die Drusen in Damaskus ein und ermordeten auch hier zahlreiche Christen. Am 19. Juli überfielen sie das Franziskanerkloster, in dem der Obere des Hauses alle Schulkinder und viele Erwachsene schützend untergebracht hatte. Durch Verrat brachen die Drusen durch eine Hintertür in das Kloster ein. Engelbert Kolland starb zusammen mit acht Mitbrüdern den Märtyrertod, nachdem sie sich geweigert hatten, dem christlichen Glauben abzuschwören.

Ein Augenzeuge berichtet:

"Als einer der aufständischen Drusen auf ihn schießen wollte, fasste P. Engelbert das Gewehr und fragte ihn: ´Freund, was habe ich dir getan, dass du mich töten willst?´ ´Nichts´, antwortete dieser, ´aber du bist ein Christ!´ Nach einem dreifachen Bekenntnis, womit er die Aufforderung zum Abfall beantwortete, fiel Engelbert unter den Hieben einer Doppelaxt, die ihm den Schädel spaltete."

Seligsprechung

P. Engelbert wurde zusammen mit seinen Gefährten am 10. Oktober 1926 von Papst Pius XI. seliggesprochen. Der Selige ist zweiter Patron in der Pfarre Zell am Ziller sowie in der Tiroler Franziskanerprovinz. Besonders verehrt wird der selige Engelbert in Rachau in der Stiermark, wo die Familie Kolland seit 1840 eine zweite Heimat gefunden hatte.
Pater Peter Paul Mayer
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