Antonius

Heiliger, Franziskaner, Kirchenlehrer. Geboren 1195 in Lissabon, gestorben 1231 in Padua.

Die Portugiesen sagen, er müsse "Antonius von Lissabon" genannt werden; auch hieß er mit Vornamen Fernandez und war zuerst Augustiner-Chorherr in der Universitätsstadt Protugals Coimbra. Bekannt aber ist er als der Franziskaner Antonius von Padua, der Stadt, wo er starb und wo seine Grabeskirche seit dem Mittelalter ein großer Wallfahrtsort ist.

Lebensweg mit Wendungen
Dem begabten Sohn aus reichem Haus stand eine gute weltliche Karriere bevor. Er ging aber ins Kloster und wurde Priester. Dann aber lernte er den jungen Orden der Franziskaner (1209) kennen, dessen "Erstlingsmärtyrer" 1220 in Marokko zu Tode kamen und in Coimbra beigesetzt wurden. Er selbst wurde nun Minderbruder, um als Missionar nach Marokko zu gehen. Aber dort erkrankte er. Auf der Rückfahrt in seine Heimat wurde das Schiff nach Sizilien verschlagen. Darauf zog er nach Assisi. In einem Kloster bei Forli fand er Aufnahme. Dort tat er einfache Dienste, bis seine Bildung und Rednergabe bekannt wurden.

Prediger und Professor
Der römischen Kirche waren in den Waldensern, Albigensern und Katharern gefährliche Gegner erwachsen. Der junge Antonius predigte nun in Norditalien und Südfrankreich für die Rechtgläubigkeit und bekehrte viele. Bis zu 30.000 Menschen kamen zu seinen Predigten, meist im Freien, und sein Ruf verbreitete sich überall. Franz von Assisi bestellte ihn als ersten Lehrer für seine Brüder und nannte ihn ehrenvoll "Bischof".

Wundertäter und Heiliger
Sein Ruhm führte schon zu Lebzeiten zu Wunderberichten. So habe er in Rimini durch eine Fischpredigt Ketzer bekehrt. Beim "Eselswunder" bezeugte er die Gegenwart Christi in der Eucharistie: Ein hungriger Esel wurde zwischen Futterkrippe und Monstranz gestellt und machte zuerst die Kniebeuge vor dem Allerheiligsten in der Monstranz. Nach seinem Tod häuften sich die Wunder derart, dass er schon nach einem Jahr heiliggesprochen wurde - ein Rekord in der Kirchengeschichte. In Italien heißt er bis heute darum einfach "Il Santo - der Heilige".

Tod und Patronate
Antonius wurde - wie Wolfgang Amadeus Mozart - nur 35 Jahre alt. Beide sind Ausnahmeerscheinungen: der eine als Musikgenie, der andere als Glaubenslicht. Antonius hatte zuletzt bei Padua wegen seiner Wassersucht mit Atemnot eine Zelle in einer Bamkrone. Padua bewachte nach seinem Tod im Jahr 1231 dann auch eifersüchtig seine Reliquien.
Das Volk aber liebte und verehrte ihn heiß und schrieb ihm viele Patronate zu, wofür er Schutzherr und Helfer war, vor allem für Verlorenes. So wurde er zum Nothelfer der "Schlamperten". (Man mache das Probe aufs Exempel.)

Bedeutung für Kunst und Soziales
Antonius hat die Künstler zu vielen Skulpturen und Gemälden angeregt. Nach einer Legende wird er vielfach mit dem Jesuskind auf den Armen dargestellt; ebenso mit einer Lilie wegen seiner Reinheit und weil er "den Duft Christi" verbreitete. Papst Gregor IX. nannte ihn wegen seiner Bibelkenntnisse "Arche der Schrift", darum zeigen ihn viele Bilder mit einem Buch. Da er der Heilige der kleinen Leute ist, hat er auch soziale Bedeutung: das "Antoniuswerk" unterstützt Schüler aus unteren Schichten und das "Antoniusbrot" hilft Hungernden und Armen aller Art. Fast in jeder katholischen Kirche ist Sankt Antonius zu finden. Für ihn brennen Kerzen als Bitte derer, die in Nöten Hilfe suchen; und ein Opferkasten bittet um Gaben für die, die Hilfe brauchen. - Heiliger Antonius von Padua, bitte für uns!
Pater Wolfgang Frühwirth

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